SC 5 Leitgedanken

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Berufsorientierende Bildung (BoB)

Ziel: Wir wollen allen SuS einen erfolgreichen Übergang in die Arbeits- und Berufswelt ermöglichen. Entsprechend liegt ein Schwerpunkt auf der individuellen Begleitung im Berufswahlprozess der SuS.

Grundlagen: BoB baut v.a. auf die im Fächerverbund WAG und in den Wahlpflicht- fächern bereits erreichten Kompetenzen und Kenntnissen auf. Dazu kommen persönliche Erfahrungen aus Projekten und Praktika. Zusammen mit der breiten und intensiven Vermittlung von Kompetenzen der Ausbildungsreife erarbeiten sich die SuS eine fundierte Basis für den eigenen Berufswahlprozess.

Partnerschaften: Die BoB nutzt und pflegt unsere lokal vorhandenen Netzwerk- strukturen (Bildungspartnerschaften, Partner für das Konzept der „Regionalen Ausbildungsbotschafter“, Kammern/Verbände/Gewerkschaften, Landesarbeits- gemeinschaft SchuleWirtschaft, Agentur für Arbeit, Vereine und die Kommunen aus unserem Einzugsbereich).

Das Konzept der „Regionalen Ausbildungsbotschafter“ ermöglicht den SuS die Realbegegnung mit der Arbeits- und Ausbildungswelt auf verschiedenen Berufs- feldern. Der Einbezug von außerschulischen Lernorten, Betriebserkundungen und das Engagement von Experten sind ein Qualitätsmerkmal dieses Konzepts. Unsere Patenschaften greifen ergänzend als innerschulisches Unterstützungssystem ab Klasse 9 bei solchen SuS, die seitens der Eltern keine Hilfestellung erwarten können. Das Konzept folgt stets drei Schritten: 1) Ausbildungsbotschafter gestalten für die SuS einen Workshop an unserer Schule. 2) Eine Arbeitsgruppe aus interessierten SuS führt eine Betriebserkundung durch und trifft hier wieder auf die bereits bekannten Ausbildungsbotschafter. 3) Die Arbeitsgruppe multipliziert ihre Erfahrungen und Erkenntnisse per Kurzpräsentation an der Schule.

Die gezielte Beschaffung von Informationen über verschiedene Medien und die Auswertung der Ergebnisse mit Hilfe des Computers sind integrativer Bestandteil der BoB. Eine solche eigenständige Erschließung soll zur Vernetzung unterschiedlicher Perspektiven im Berufswahlprozess beitragen.

Ab Klasse 5 wird für alle SuS durchgängig bis einschließlich Klasse 10 ein Berufswahl-Portfolio geführt. Das Portfolio dient als Grundlage für die Erstellung einer Bewerbungsmappe und hilft im Rahmen des Bewerbungsverfahrens, die Stärken, Interessen, Fähigkeiten und Kompetenzen des Einzelnen besonders hervorzuheben. Bis Anfang Klasse 10 werden diese Dokumentationen in der Schule aufbewahrt.

Der Realbegegnung mit der Ausbildungs- und Arbeitswelt in Form von Praktika kommt in Hinblick auf eine realistische und passgenaue Berufswahlentscheidung eine wichtige Funktion zu. Diese Verzahnung von Schule und Berufswelt soll die begründete Berufswahlentscheidung der Jugendlichen unterstützen. Das erste Praktikum ist im 2. Halbjahr der Klasse 8 vorgesehen, die anderen beiden folgen in Klasse 9. Die Wahl des Praktikums wird über das Portfolio mitgesteuert.

Das Apfelprojekt und das Sozialprojekt Irland bereiten die praktischen Komponenten der BoB vor. Hier agieren die SuS sowohl arbeitsteilig in Gruppen als auch im Team, um jeweils gemeinsame Ziele zu erreichen. Dabei erschließen sie sich wesentliche Grundprinzipien wirtschaftlichen Handelns und machen die wertvolle Erfahrung, dass die eigene Arbeitskraft Teil des gemeinschaftlichen Erfolgs sein kann. Solche Erkenntnisse werden während der drei Praktika umfassend ergänzt und erweitert.
Weitere Projekte können nach Klasse 7 das praktische Angebot jederzeit erweitern und ergänzen (z.B. das Hilfsprojekt „Weihnachten im Schuhkarton“).

Über das Konzept der „Regionalen Ausbildungsbotschafter“ erarbeiten sich die SuS zusammen mit Auszubildenden Einblicke in die Bereiche Industrie, Gastronomie, in das Dienstleistungsgewerbe und in die kaufmännischen Berufe. ProBeruf der Bildungsakademie Rottweil ergänzt über ein zweiwöchiges Praktikum ausgewählte Berufsbilder aus dem Handwerk.

SuS aus Klasse 9 gestalten jährlich eine „Berufsmesse“ für die vierte Klasse. Grundlage dafür sind Erfahrungen, Erkenntnisse, Begegnungen, Arbeitsabläufe, Übersichten, Fotos und Gegenstände aus den drei absolvierten Praktika. Diese Veranstaltung hilft den 9ern, wesentliche Informationen zu sammeln, verständlich darzustellen und adressatbezogen zu erläutern.

Regionale Berufsmessen wie „Jobs for future“ oder „jams“ können für die individuelle Berufswegeplanung der SuS sehr wichtig sein. Wir stellen Eltern und SuS die Angebote ausführlich vor, informieren über die Rahmenbedingungen, weisen auf besondere Veranstaltungen hin und legen allen Beteiligten den Besuch solcher Messen ans Herz. Die Teilnahme von ganzen Schulklassen hat sich in der Vergangenheit leider nicht bewährt.

Das Kompetenz- und Alltagstraining (KT) in Klasse 10 schult personale, soziale und methodische Aspekte. Den SuS wird hier ermöglicht, sich mit der eigenen Person auseinanderzusetzen und sich gezielt weiterzuentwickeln. Sie lernen eigene Ziele zu formulieren und getroffene Entscheidungen zu reflektieren. Das KT wird in Kooperation mit der Tanzschule Herzig (Rottweil) epochal realisiert, damit hier die SuS gewissermaßen „am Ball“ bleiben können. Mit dem Tanzlehrer Jochen Hermann haben wir einen kompetenten Partner gewonnen, der die Jugendlichen auch entsprechend begeistern kann. Die Zusammenarbeit mit ADTV-Tanzschulen wird vom Kultusministerium ausdrücklich begrüßt.

Für das „Update“ Bewerbungstraining ist der Einsatz von externen Experten sinnvoll. Besonders bewährt hat sich in der Vergangenheit die Zusammenarbeit mit Krankenkassen, weil diese auch Bewerbungsgespräche simulieren. Dazu müssen frühzeitig Terminabsprachen erfolgen.