Chronik

Die folgenden Informationen sind mit freundlicher Genehmigung dem Kapitel XI. der "Chronik Villingendorf" entnommen: Gemeinde Villingendorf (Hrsg.): Chronik Villingendorf, Horb am Neckar 2008, S. 783 - 820 und wurden für den Zeitraum nach 2008 fortgeführt sowie durch Bilder von Herrn Gerhard Weniger, Konrektor im Ruhestand, ergänzt.

Schulbeginn in Villingendorf

Über den genauen Beginn von Schule liegen keine Akten vor. In Bösingen dagegen legte der Schulprovisor Bohner zwischen 1830 und 1834 ein noch vorhandenes "Schulbuch" an, in welchem er Königliche Dekrete aufschrieb und die Schulgeschichte bis 1778 zurückverfolgte. In unserer Gemeinde wurden die Dekrete ab 1803 durch den KIrchenkonvent aufgeschrieben. Es ist anzunehmen, dass auch in Villingendorf um die gleiche Zeit wie in Bösingen eine Schule existierte.

In den Rottweiler Ratsprotokollen finden sich Einträge, die darauf schließen lassen, dass Unterricht zur Winterzeit im Jahre 1780 vom Schulmeister Joseph Reißer erteilt wurde. Ein Eintrag vom Jahre 1795 lautet dem Sinn nach: "Die Vertreter der Gemeinde Villingen bitten darum, den Schulmeister Joseph Reißer aus der Unterweisung der Schüler entlassen zu dürfen, da sie alles Vertrauen in ihn verloren hätten. Außerdem bitten sie darum, dieses Brot eher einem einheimischen Bürger zu gewähren. Davon sei einer schon vom ehemaligen Pfarrer Stanislaus Mayer (dieser wirkte hier von 1781 bis 1786) auf seine Tüchtigkeit erprobt worden. Schulmeister Joseph Reißer, der als "Fremdling" mit einer hiesigen Bürgerstochter verheiratet ist, bittet dagege´n, ihm sein Brot zu lassen, da er ein armer Mann in hohen Jahren sei und schon 15 Jahren unverdrossen seinen Dienst geleistet habe". Der Rat der Stadt Rottweil versprach Prüfung der Sache. Im Jahr 1790 wird berichtet, dass "er (Joseph Reißer) im Hause des Michael Bühl 50 Kinder des Ortes in den Wintermonaten" für ein Entgelt von 2 Gulden unterrichtete. Die Miete für das Schulzimmer im Hause Bühl betrug 6 Gulden.

Nach dem Jahresgerichtsprotokoll vom 10. Februar 1794 war die Gemeinde mit Schulmeister Reißer nicht zufrieden. Vogt Conrad Haag "meyne (meinte), der Schulmeister könne mit seinem Lohn von 10 Gulden und in jedem Ösch ein Viertel Feld zum Erdäpfel bauen zufrieden seyn, er thue aber seine Schuldigkeit nicht. Auch seyen die Schul Stubden zu eng". Beklagt wurde auch, "der Schulmeister gebe den Kindern Ohrfeigen, gehe in keinen Rosenkranz und nicht in die Bettäge und schicke auch kein Kind und der Pfarrer gehe niemals in die Schul, um diese zu visitieren". Auch über die verhängte Strafe von 24 Kreuzern "wegen ein Mädle nicht in die Schule schicken" gab es Dissens, da "die Strafe vertrunken worden sey. Nur 1/3 gehöre den Richtern, 2/3 seyen zu verrechnen". Über das weitere Schicksal von Joseph Reißer und über die Verwendung der Strafgelder liegen keine Nachweise vor.

Wohl im Jahre 1795 übergab die Gemeinde das Schulhalten Martin Müller, denn im Familienregister der Pfarrei erscheint bei Martin Müller, ein Sohn des Bürgers und Söldners Martin Müller, geboren am 6.11.1770 und hier verstorben am 17.9.1840, die Berufsbezeichnung "Bürger und Lehrer in Villingen". In erster Ehe war er mit Maria Theresia Müller von hier, in zweiter mit Maria Merz aus Aixheim verheiratet. Von den 9 Kindern traten seine Söhne Martin und Fridoloin ebenfalls den Lehrerberuf an.

Der Unterricht fand in der Wohnung des Lehrers Martin Müller statt. In den Unterpfandsbüchern der Gemeinde wird am 24.3.1794 als Wohnung "ein 2 stöckiges Wohnhaus mit Scheune und Stallung, bei der Kirche neben Alois Müller" angegeben. Vermutlich handelte es sich um das Haus Nr. 38, das vor dem heutigen Haupteingang der Kirche an der Ecke Rottweiler-Oberndorfer Straße stand. Es wurde im Frühjahr 1856 im Zuge der Erneuerung des Kircheneinganges abgebrochen.

Nach einem undatierten Schreiben an die Gemeinde fand der Unterricht in seiner neu erbauten Wohnung statt: "Meinung von Lehrer Martin Müller in Villingen wegen Bauung der Schulstuben ist solche: weil meine Stuben ganz neu gebaut ist, und schon 4 Jahre darin die Schule gehalten hat, so überlässt er; Lehrer, die Baukosten ganz der Gemeinde, aber er; Lehrer; verlangt auch keinen Hauszins von der Gemeinde, solang er die Schule vornehmen kann oder fähig ist, und wenn es möglich wäre, ein von des Lehrers Söhnen halten wolle. Sollte das nicht möglich sein, oder er Lehrer unfähig wegen Krankheit werden solle oder sterben, so soll die Gemeinde keine Aufforderung, was von uns in der Stube ist gemacht worden, haben soll; von des Lehrers Weib und Kinder zu ihrem Gebrauch zu benutzen haben und nicht mehr zu der Schul. Für welche hohe Güte ich lebenslang mit demütigem pflichtigstem Dank verbleibe. Meine hochgeehrtesten Herrn unterthänigster Knecht Martin Müller, damaliger Schullehrer."

Im Jahr 1827 erwarb Lehrer Müller das Haus Nr. 26, heute Rottweiler Straße 4. Im Feuerversicherungsbuch von 1859 wird es als "ein zweistockiges Wohnhaus samt Scheuer, Stallung und gewölbtem Keller, unter einem Ziegeldach, an der Hauptstraße durch den Ort neben Josef Flaig, Kronenwirt, und Wilhelm Link, ohne Backofen mit der Hälfte am Brunnen beim Haus" beschrieben, Dabei wird erwähnt, dass der Hofraum gemeinschaftlich mit dem Gebäude Nr. 25 genutzt wurde. Mit dem Bau des Schul- und Pfarrhauses bezog Lehrer Müller 1809 dort Wohnung, sein Sohn Martin und Nachfolger wohnte nach dem Bau des Schul- und Rathauses 1833 weiterhin im elterlichen Haus. Laut Schulgesetz bezog Martin Müller jung 1845 die Lehrerwohnung im Schulhaus. Sein Elternhaus erwarb 1837 Xaver Bühl, er wohnte aber weiterhin dort. 1857 ging das Anwesen an Georg Engesers Witwe, der Hofraum 1856 an die Gemeinde über. Das Haus file 1869 einem Großbrand zum Opfer.

Entlohnung des Lehrers

Erst im Jahre 1802 wird Martin Müller nach einer Aufstellung im Gemeindearchiv "als fest angestellter Lehrer" erwähnt. Bisher war er "als unterthänigster Knecht" gänzlich abhängig von der Gemeinde. Er unterrichtete "in der Werktagsschule 91 Kinder vom Ort und 1 Kind aus den Filialen Neckarburg und Hochwald und in der Sonntagsschule 66 Jugendliche vom Ort und 5 aus den Filialen."

Nach der damaligen Schulordnung standen ihm als Entgeld zu:

Von der Gemeinde: Allmand (26 Gulden), Naturalien (6 Gulden), Geld (210 Gulden, 12 Kreuzer); Meßnereinkommen: 1/8 Morgen Land (1 Gulden), Naturalien (35 Gulden); Organistendienst: 22 Gulden

Lehrinhalte

Bis 1802 bestand die Aufgabe des Lehrers darin, "dass die Kinder rasch das Buchstabieren und das Lesen erlernen, damit sie sich im Christentum und nach demselben auch in den Notwendigkeiten des gemeinen bürgerlichen Lebens helfen können." Unterrichtet wurde deshalb "in Religion, Lesen, Schreiben, Singen, Rechnen und das Nötigste in den Realien".

Die Schule wird staatlich

Am 23. November 1802 wurde Rottweil mit den zugehörigen Dörfern württembergisch. Die Schulen wurden verstaatlicht, der Konfessionscharakter blieb erhalten. So gab es im Lande evangelische und katholische Schulen mit verschiedenen Lehrplänen. Ortspfarrer und Schultheiß beaufsichtigten die Schule.

Am 11. Oktober 1803 erließ die "Fürstliche Oberamtsregierung in Rottweil Instruktionen der Neu-württembergischen Lande" über die Aufgaben im Kirchen-, Schul- und Armenwesen. Pfarrer und Schultheiß hatten dafür Sorge zu tragen, dass der Kirchenkonvent jeden Monat zusammentrat, um über "die Mittel der Verbesserung in Schul-, Rechnung- und Kirchenwesen zu beraten, Missstände abzuschaffen und vor allem säumige Eltern, die ihre Kinder nicht in die Schule schickten zu bestrafen." Eine besondere Beachtung fand die Schulpflicht, da diese oft nicht eingehalten wurde. Die Schultheißen erhielten jeden Monat vom Pfarrer ein Verzeichnis derjenigen Kinder, die unentschuldigt fehlten. Die Entschuldigung "die Kinder haben das Vieh ihrer Eltern hüten müssen" durfte nie angenommen werden. Für "Villingen" betrug die gesetzliche Strafe der Eltern bei fortgesetztem Fernbleiben ihrer Kinder von der Schule 4 Gulden 30 Kreuzer oder 36 Stunden Gefängnis. Wiederholt wurden Erziehungsberechtigte wegen Schulversäumnis mit Geldstrafen oder Arrest bestraft.

Mit einem Erlass von 1808 sorgte der Konstanzer Generalvikar Wessenberg für eine Verkoppelung von Schulentlassung und Erstkommunion. Nach einer bestandenen öffentlichen Prüfung am Ende der Winterschule durften die 14-Jährigen zur Erstkommunion und wurden somit in die Erwachsenengemeinde aufgenommen. Im staatskirchlichen Interesse war die späte Erstkommunion ein Druckmittel zur Durchsetzung der Schulpflicht. Im pastoralen Interesse lag Wessenberg viel an der Betonung des Pfarrprinzips, d.h. die Erstkommunion und der damit verbundene Gottesdienstbesuch sollten in der Pfarrkirche stattfinden.

Im Jahre 1808 wurden alle Schulen des Königreiches Württemberg in 36 Schulinspektoratsbezirke eingeteilt. Villingendorf kam zum Schulinspektorat Rottweil, das 19 Schulgemeinden umfasste. Ein vom Dekanat gewählter Geistlicher war Bezirksschuldirektor. Er hatte anfangs alle zwei Jahre, später jährlich bei der Winterschulprüfung die Schulen zu visitieren. Aus unserer Gemeinde nahmen Pfarrer Metzler (1850 - 1860), Parrer Letzgus (1860 - 1877) und Pfarrer Mäschle (1894 - 1929) dieses Amt war.

Schulgesetze für katholische Schüler aus dem Jahr 1808

Vorschriften den Schulbesuch betreffend:

1. Die Schüler sollen sich genau zur bestimmten Stunde in der Schule versammeln. Das zu späte Kommen darf der Lehrer durchaus nicht dulden.
2. Der Anfang der Schule wird mit einem kurzen Gebet und einem Gesang gemacht.
3. Der Beschluss derselben wird ebenfalls mit einem passenden kurzen Gebet und Gesang gemacht; dann dankt eines der Kinder abwechslungsweise dem Schullehrer für den empfangenen Unterricht, un die Schüler gehen ohne Gedränge, ohne Lärmen aus der Schule.
4. Lärmen der Schüler, müßiges Hinstehen, oder wohl gar Schimpfung und Schlagen auf dem Weg zur Schule oder nach Hause, soll durch fleißige Aufsicht gehindert, und wenn es geschieht, nicht ungeahndet gelassen werden.

Vorschriften während der Schule:

5. In der Schule Brod, Obst und dergleichen zu essen, ist strenge verboten. Der Schullehrer soll öfters nachforschen, ob die Kinder keine Esswaren mit in die Schule bringen.
6. Die pünktliche Stille soll in der Schule beobachtet werden; unter dem Vorwand, sich in dem Lesen zu üben, darf kein Geräusch oder Murmeln gestattet werden.
7. Die Kinder sollen nie unbeschäftigt gelassen werden, wodurch die Stille und Ruhe in der Schule am leichtesten erhalten wird.
8. Ohne dringende Noth soll kein Schulkind die Erlaubniß erhalten, früher aus der Schule zu gehen.
9. Fordert es die Notwendigkeit, auf einige Augenblicke das Schulzimmer zu verlassen, so soll nie mehr als Ein Kind, und nur mit Vorwissen des Lehrers hinausgehen; auch sogleich wieder und ohne Geräusch zurückkehren. Kein Kind darf über die Bänke hinaus- oder hereinsteigen, sondern am Eingang der Bank in seine Stelle einrücken. Sollte sich ein Kind zu lange außer dem Schulzimmer verweilen, so wird der Lehrer selbst hinausgehen und nachforschen, warum das Kind länger ausbleibe, nicht aber ein anderes Kind hinausschicken, um nachzuforschen.
10. Knaben und Mädchen sollen, so viel wie möglich, in dem Schulzimmer abgesondert sitzen.

Unterrichtsfächer waren Lesen, Schönschreiben, Rechtschreiben, Aufsatz, Religions- und Sittenlehre, Singen, Sprache, Realien wie Geschichte, Geographie, Naturlehre, Naturgeschichte, Landwirtschaft und Gesundheitslehre.

Bau eines neuen Pfarr- und Schulhaus

Da unsere Pfarrei seit 1360 der Johanniterkommende in Rottweil unterstand, das Pfarrhaus im Jahre 1546 abbrannte und nicht mehr aufgebaut wurde, versahen die Geistlichen von Rottweil aus die Pfarrei. Mit dem Übergang an Württemberg im Jahre 1802 wurde den Geistlichen die Aufsicht über die Schule übertragen und Pfarrer Gebel musste "wegen des moralischen Nutzens" am Ort wohnen. Da kein Pfarrhaus vorhanden war, wohnte er 3 Jahre 26 Tage im Haus des Kreuzwirtes Johannes Haag zur Miete. Da auch die schulischen Räume unbefriedigend waren, war erst ein Bau eines Schulhauses mit "Schulstube, Wohnung des Lehrers und Scheune" geplant. "Nach allerhöchsten Willensmeinung Sr. Königl. Majestät", nach der die Geistlichen in den neu an Württemberg gekommenen Länder eine besondere Aufgabe erhielten, wurde von der Gemeinde in den Jahren 1808/09 ein "neues Pfarr- und Schulhaus mit Scheune und Stallung" erstellt, das am 9.8.1809 "glücklich vollendet" wurde.

Der Unterricht im neuen Pfarr- und Schulhaus fand im ersten Stock in der Stube des Lehrers statt. Dort befand sich auch die Wohnung des Lehrers. Das Obergeschoss diente dem Aufenthalt des Pfarrers. In einem Visitationsbericht aus dem Jahr 1823 wird bemängelt, dass "nur ein heizbares Zimmer für das ganze Haus vorhanden ist."

Lehrerausbildung

Gute Schulen brauchen gut ausgebildete Lehrer. Erst unter württembergischer Herrschaft wurde Wert auf den Einsatz ausgebildeter Lehrer gelegt. Bisher versahen Bürger aus der Gemeinde den Schulmeisterdienst, ohne eine besondere Ausbildung genossenoder gar eine Prüfung abgelegt zu haben. Am 30. Dezember 1805 erging unter anderem die Anordnung, wonach alle angestellten Lehrer, die "noch nicht normalmäßig unterrichtet sind" ohne Zeitverlust bei einem angestellten Lehrer in Rottweil Unterricht nehmen sollten und sich sodann prüfen lassen. Die Ausbildung dauerte sechs Wochen. "Die Kosten sollen von der Heiligen Fabrik (heute Kirchenpflege) oder der Gemeinde bezahlt werden."

Eine königliche Verordnung vom 10. September 1808 setzte fest, dass die Lehrer im Schulinspektoratsbezirk Rottweil vom Schulinspektor und zwei weiteren Schulbeamten geprüft werden. Sie bestimmte ferner, welche Kenntnisse ein Incipient (Anfänger), ein Provisor (Unterlehrer) und ein neu anzustellender Schulmeister besitzen müsse. Sie empfahl den Prüfern jedoch Nachsicht, "da die Schullehrer und Provisren gegenwärtig noch auf sehr niedrigen Stufen der Bildung stehen, diese nicht durch zu hoch gespannte Forderungen abzuschrecken." Voraussetzung für die Einstellung in den Schuldienst war eine dreijährige Lehre bei einem vorzüglichen Schulmeister. Verlangt wurden körperliche Tüchtigkeit, Bildsamkeit, Kenntnisse der Hauptlehren des Christentums und Nachweis einer religiös-sittlichen Gesinnung, Fertigkeiten im Lesen, Schön- und Rechtschreiben und in den vier Grundrechenarten, Geübtheit im Kopfrechnen und Fähigkeit, eigene Gedanken mündlich und schriftlich geordnet vorzutragen.

Erst 1811 wurde in Esslingen ein evangelisches und 1825 in Schwäbisch Gmünd ein katholisches Lehrerseminar gebaut. Um der religiös-sittlichen Bildung und der Unterweisung in den für das bürgerliche Leben nötigen allgemeinen Kenntnissen und Fertigkeiten gerecht zu werden, mussten ale katholischen Lehrer das Lehrerinstitut in Schwäbisch Gmünd besuchen. Der Bezirkschulaufseher überprüfte im Beisein des Gemeindepfarrers den Aspiranten auf seine Tauglichkeit. Danach trat dieser eine zweijährige Lehrstelle als Präparand bei einem Ausbildungslehrer an, legte in Schwäbisch Gmünd die Präparandenprüfung ab und blieb bis zur 1. Dienstprüfung im Lehrerseminar. Danach trat er als Provisor eine unständige Schulstelle an, wenn er einen Schulmeister fand, der ihn anstellte. Frühestens nach vollendetem 22. Lebensjahr konnte er sich zur 2. Dienstprüfung melden.

Sehr viel Wert wurde in der Lehrerausbildung auf die Kirchenmusikpflege gelegt. Ab 1836 wurden alle Lehrer gesetzlich verpflichtet, die "Bildung und Leitung eines kirchlichen Sängerchores zu übernehmen." Schon 1828 musste Lehrer Martin Müller den allgemeinen deutschen Kirchengesang eingeführt haben, denn er erhielt vom Ortspfarrer ein Gesangbuch und 1829 von der Gemeinde 1 Gulden 30 Kreuzer zur Anschaffung nötiger "Gesangbüchle" für die Schule. Bei der jährlichen Schulvisitation musste sich auch der Lehrer Müller eine Prüfung unterziehen. Sein Orgelspiel wird mit gut beurteilt. Als Orgelzieher diente ihm 1832 der Totengräber Fideli Müller, der dafür an Gehalt 6 Gulden und ein Feld im Lichtgraben erhielt.

Ausgebildete Lehrer konnten nun auch an andere Orte versetzt werden. Daraus erwuchs für die Gemeinden die Verpflichtung, für eine Unterkunft der Lehrer zu sorgen. Falls der Lehrer eine Wohnung mieten musste, bezahlte die Gemeinde den Mietzins. In der Folgezeit wurden in den Gemeinden Schul- und Rathäuser mit Lehrerwohnung gebaut.

Die Sonntagsschule

Eine Fortsetzung der Volksschule bildete die Sonntagsschule, die alle Schüler nach der Schulentlassung bis zum 18. Lebensjahr besuchen mussten. Nach Aufschrieben in den Pfarrakten fand in der Regel um 13.00 Uhr die Christenlehre, danach die Vesper und danach die Sonntagsschule statt. Christenlehre und Vesper wurde vom Pfarrer gehalten. Die anschließende Sonntagsschule war in der Schule und Aufgabe des Lehrers; sie dauerte 1,5 Stunden. "Die gute Ordnung erfordert es, dass an einem Sonntag nur die Jünglinge, am anderen nur die Mädchen in die Sonntagsschule kommen". Der Lehrer musste zudem 30 Stunden in der Woche Werktagsschule halten.

Auch die Kinder, die nach der Werktagsschule in einen Dienst traten, wurden angehalten, die Sonntagsschule zu besuchen. 1825 ist im Verkündigungsbuch vermerkt: "Diejenigen Dienstboten, welche hier in Dienst getreten und noch die Pflicht auf sich haben, die Christliche Lehre und die Sonntagsschule zu besuchen, werden aufgefordert, ihren Namen und Alter dem Schullehrer anzugeben und dringend ermahnt, sowohl die Christliche Lehre als die Sonntagsschule fleißig zu besuchen." Besonders streng wurde die Sonntagsschule überwacht, da hier vor allem im Kirchenkonventprotokoll viele Versäumnisse festgehalten sind. Im Jahr 1823 ist vermerkt: "Es wurden die nachlässigen Sonntagschüler vorgerufen und mit der gesetzlichen Schulstrafe belegt. Die Ortspolizei wurde auf schärfere Handhabung aufmerksam gemacht." Im Jahr 1825 wurde die Sonntagsschulpflicht auf das 21. Lebensjahr erhöht. Unterrichtsinhalte waren Religionslehre, Lesen, Schreiben und Rechnen.

Industrieschule für Mädchen

Im Kirchenkonventprotokoll vom 12. Oktober 1823 wird die Anstellung einer Leiterin für die Industrieschule der schulentlassenen  Mädchen beschrieben: "Die Industrieschule soll diese Woche beginnen und alle diejenigen, die zu diesem Amt fähig sind, zusammenkommen, und nachgesehen, welche das wenigste verlangt, und die es verlangt soll aber erst beweisen, daß sie fähig ist, die Schule zu übernehmen." Es scheint, dass unter den einheimischen Frauen die beste Näherin, die das wenigste Geld verlangte, ausgesucht werden sollte. Unterschrieben wurde das Protokoll von Vikar Vollmer, Schultheiß Müller, Gemeindepfleger Bühl und den Gemeinderäten Schanz, Miller und Xaver Müller. Am 10. November 1823 wurde Anna Bek zur Industrienäherin bestimmt. Sie konnte dadurch "ihre arme, bedürftige Mutter" besser unterstützen. Im Jahr 1851 wird Philippina Hummel als "längst angestellte Industrielehrerin" genannt. 1852 wurde der Lohn von 15 auf 12 Gulden reduziert und 1853 Rosa Müller gewählt. Die seit 1873 angestellte Margaretha Albrecht erhielt als Lohn 26 Mark. Ihr folgte Margarethe Flaig. Ab 1905 leiteten die Ordensschwestern die Schule.

Urlaubsverordnung

Im Auftrag des Königlichen katholischen Kirchenrates in Stuttgart vom 22. Mai 1839 muss Schulinspektor Pfarrer Straubenmüller aus Zimmern sämtlichen Schulmeistern, Unterlehrern und Lehrgehilfen die Einhaltung der Urlaubsverordnung vom 26. September 1826 einschärfen. Darin ist zu lesen: "Aus Berichten ist ersichtlich, dass mehrere Schulprovisoren die Schulferien zum müßigen Umherlaufen mißbrauchen, ihren Eltern und Freunden lästig werden, öfters sogar unziemend Bekanntschaften, wegen welcher sie versetzt wurden, wieder anknüpfen und zu unterhalten suchen. Es wird daher verordnet:
Die Provisoren dürfen sich, selbst in der Ferienzeit, nicht ohne Genehmigung des Pfarrers über Nacht aus dem Ort entfernen.
Der Pfarrer darf dem Provisor wie den Schullehrern nur einen Urlaub von 48 Stunden ertheilen.
Die Pfarrämter haben mit den Quartalsberichten dem Schulinspekteur anzuzeigen, wie oft und aus welcher Ursache die Schullehrer und Provisoren von ihren Stellen abwesend gewesen seien.
Den Schulinspekteuren wird gestattet, aus hinreichenden Gründen einen Urlaub von 8 Tagen zu bewilligen, wenn das betreffende Pfarramt dagegen keine Einwendungen zu machen hat.
In den Herbstferien ist den Schulprovisoren der Besuch ihrer Eltern nicht zu erschweren, es sei denn Grund zu der Vermuthung vorhanden, daß sie den Urlaub mißbrauchen. Wenn ein Provisor wegen angeknüpften unziemlichen Bekanntschaften aus einer Gegend versetzt wurde, so ist dahin nur in wichtigen Fällen ein sehr beschränkter Urlaub zu ertheilen.
Will ein Schullehrer oder Provisor über 8 Tage von seiner Stelle abwesend sein, oder die Residenz Stuttgart besuchen, so muß zu jeder Zeit, selbst in den Ferien die Erlaubnis bei dem Katholischen Kirchenrath nachgesucht und abgewartet werden".

Eine andere Anweisung lautete: "Um Lockungen zum Müßiggang und zu den damit verbundenen Ausschweifungen zu beseitigen, sind die Schullehrer verantwortlich, dass die Provisoren sich nicht an ein müßiges Umherlaufen, an Spielen und unzeitigen Wirtshausbesuch gewöhnen, abends zur rechten Zeit zu Hause sein und sich nicht nächtlicherweise aus dem Haus entfernen."

Wie soll da ein Junglehrer eine Frau fürs Leben finden und eine Familie gründen? Er musste auf eine freie ständige Stelle warten, die besser bezahlt wurde als eine Provisorenstelle. Selbst über die Schulmeister heißt es, dass: "ihnen Fleiß und guter Wille bescheinigt wird, der größte Nachteil sei, daß seine saure und verdienstvolle Arbeit so schlecht belohnt wird, daß er nur kümmerlich mit seiner Familie sein Leben durchbringen kann, entfernt von aller Hoffnung, den Seinen etwas zu hinterlassen."

Bewerbung und Verheiratung

Wenn ein Unterlehrer eine Schulmeisterstelle beziehen und damit heiratsfähig werden wollte, musste er zunächst vor dem Sonntagsgottesdienst sein Geschick in der Kinderlehre zeigen, indem er einen Bibel- oder Katechismusspruch, der ihm erst in der Kirche genannt wurde, mit den versammelten Kindern durchsprach. Danach überprüfte der Pfarrer seine Fertigkeiten im Kopfrechnen und im Schreiben. Zuletzt musste der Kandidat vor der anwesenden Gemeinde Gesangsproben geben und einen Choral auf der Orgel spielen. Am Nachmittag gaben dann Pfarrer, Schultheiß und die Mitglieder des Gemeinderates und Bürgerausschusses ihre Entscheidung bekannt.

Bezüglich der Verheiratung der fest angestellten Volksschullehrer wurde verfügt: "Jeder Schulmeister hat, wenn er sich erstmals oder als Witwer zu verehelichen beabsichtigt, hierzu die Erlaubnis der Oberschulbehörde nachzusuchen, und seinem Gesuch ein Leumundszeugnis der Braut, welches vom Pfarramt der letzteren auszustellen ist, beizuschliessen. Dieses Gesuch ist von der Ortschulbehörde mit gutachtlicher Bericht an die Oberschulbehörde zu begleiten."

Der am 6.11.1770 geborene Martin Müller übernahm 1795 die Schule und unterrichtete in seiner Wohnung. Er heiratete am 13.11.1793 die hiesige Theresia Müller. Von den neun Kindern ergriffen zwei den Lehrerberuf: Martin, der 1796, und Fridolin, der 1798 geboren wurde. Die Frau starb 1826. Über die Wiederverheiratung des Lehrers Martin Müller im Jahr 1828 vermerkt das Gemeinderatsprotokoll: "Martin Müller, Lehrer; alt, erscheint vor dem Gemeinderat und Bürgerausschuß und erklärt, dass er mit Maria Mez von Aixheim sich wieder zu verehelichen gesonnen habe und zwar so, daß die gedachte Mez hier kein Bürgerrecht verlange, und falls er, ihr Ehemann, vor ihr sterben sollte, sie wieder in ihren Bürgerort Aixheim zurückkehren wolle, wo sie ihr Bürgerrecht noch beibehalten habe und sich mit dem ausgemachten Beitrag des Hochzeiters von 40 Gulden freundlichst begnügen lasse. Beschluß: Der Gemeinderat und Bürgerausschuß findet deswegen keinen Anstand oder Hinderniß, bloß solle zunächst ein Prädikatszeugnis über gedachte Mez gesetzlich gesetzlich von dem Gemeinderat Aixheim ausgestellt werden, dazu ein gemeindewörtliches Zeugnis derselben, wenn ihr Mann vor ihr sterben sollte, daß sie mit ihren bestimmten 40 Gulden zufrieden und in ihrem Bürgerrecht nach Aixheim ohne Widerrede als Bürgerin beibehalten und angenommen werde."

Zwei Söhne werden Lehrer

Der 1796 geborene Sohn Martin wurde 1818 Provisor in Bösingen. Er hielt die Werktagsschule mit drei Klassen und die Sonntagsschule. Dafür erhielt er 130 Gulden für die Werktagsschule und 10 Gulden für die Sonntagsschule. Er führte den Volksgesang ein und errichtete einen Sängerchor. Er muss wohl sehr beliebt gewesen sein, den aus der Ortschronik von Oberlehrer Karl Schneider vom Jahr 1920 lesen wir: "Am 3. November 1822 wurde im Kirchenkonvent beschlossen,  daß beim Abkommen des Provisors Martin Miller und der Anstellung des kommenden Fridolin Miller bey Eröffnung der Schule eine feierliche Abschieds- und Antrittsrede gehalten, dann auf Kosten der Kommunkasse beiden Provisoren nebst dem Lehrer und der Schulkommission eine Ausstands- und Einstandsmittagsmahl gegeben werden und am Nachmittag Provisor Martin von der sämtlichen Schuljugend bis an die Grenze begleitet werden soll."

Im Jahr 1822 löste ihn sein jüngerer Bruder Fridolin ab, der 1830 nach Epfendorf wechselte. Martin wurde in Villingendorf Provisor. Erst am 20. Januar 1843 wurde er von der Gemeinde fest eingestellt. Er bewohnte nicht das Schulhaus, sondern übernahm 1827 das Haus und die Güter seines Vaters laut Kaufbuch für 2889 Gulden 30 Kreuzer. 1828 heiratete er die hiesige Katharina Baumann, die 39-jährig anno 1844 starb. Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor. Von diesen starb eine Tochter kurz nach der Geburt, ein Sohn wanderte in die Schweiz und zwei nach Amerika aus. Zwei Söhne und eine Tochter blieben ledig. Ein Sohn heiratete eine hiesige Bürgerstochter. 1852 schloss Martin Müller mit Walburga Vogt aus Dormettingen eine zweite Ehe, die kinderloas blieb. Neun Jahre später starb auch diese Frau im Alter von 48 Jahren.

1833 Bau des Schul- und Rathauses

Da die Schülerzahl der Werktagsschule auf 133 stieg, davon 12 von der Neckarburg oder dem Hochwald, war im Schulzimmer des Pfarrhauses ein geordneter Schulbetrieb nicht mehr möglich. Pfarrverweser Koch stellte am 11. November 1832 den Antrag auf Erbauung eines neuen Schulhauses. Im Frühjahr 1833 wurde mit dem Bau an der Stelle des heutigen Rathauses begonnen. Der Bau kostete 7 000 Gulden. Zur Finanzierung verkaufte die Gemeinde jedem Bürger einen Jauchert Allmandfeld für 80 Gulden. Das Geld musste in 15 Jahren samt Zins bezahlt werden.

Die beiden Klassenzimmer waren auf der Nordseite im Erdgeschoss und 1. Stock. Sie waren 35 Fuß lang, 10,2 Fuß hoch und 19 Fuß breit. Die Lehrerwohnung war im Erdgeschoss auf der Südseite untergebracht und bestand aus Wohnzimmer, zwei Kammern und Küche. Darunter war ein gewölbter Keller. Im 1. Stock lagen das Verwaltungszimmer und das Sitzungszimmer des Gemeinderates der Eingang war von Osten her.

Das Bautempo war beachtlich. Im Frühjahr wurde mit dem Bau begonnen und bereits am 1. Juli zog Lehrer Martin Müller in die Schule ein. Der Innenausbau wurde fortgesetzt und die Gemeindeverwaltung bezog am 31. Oktober 1834 ihre Räume. Neben dem Schul- und Rathaus stand das Ökonomiegebäude, die Lehrerscheune, in dem der Farrenstall der Gemeinde untergebracht war. 1857 baute Schulmeister Martin Müller einen Schweinestall an die Scheune an und 1861 einen Schopf zur Aufbewahrung von Reis und Holz.

Das erste württembergische Volksschulgesetz

Um eine einheitliche Ausbildung in den im Königreich bestehenden Schulen zu gewährleisten, wurde im Jahr 1836 das erste württembergische Volksschulgesetz erlassen. Gegenstände waren nun Religion- und Sittenlehre, Lesen, Schreiben, deutsche Sprache, Rechnen und Singen. Religion wurde ordentliches Lehrfach. Der Pfarrer erteilt den Bibelunterricht.

In Deutsch vollzog sich der Unterricht nach der Buchstabiermethode durch Vorzeigen, Vorsagen und Nachsprechen des Buchstabens. Im Leseunterricht wurden drei Gruppen gebildet: die erste Gruppe, die sechs- bis 8-jährigen sollten die Buchstaben des ABC kennen; die zweite Gruppe bis zum 11. Lebensjahr sollten die Buchstaben zu Silben zusammensetzen und zwei- bis sechssilbige Wörter buchstabieren und die dritte Gruppe, ab dem 12. Lebensjahr wurde zu sinnbetrachtender Lesefertigkeit geführt. Die erste Fibel erschien 1836. Vorher wurde der Katechismus des Petrus Kanisius als Lesebuch benützt. Mit dem Schreiben begann man erst ab dem 12. Lebensjahr. Im Rechnen waren Bruch-, Dreisatz-, Prozent- und Zinsrechnungen sowie geometrische Aufgaben durchzunehmen.

Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, wurde gesetzlich festgelegt, dass ein Lehrer höchstens 90 Schüler unterrichten darf. 1840 wurde erstmals eine Provisoratsstelle für unständige Lehrer an der Schule errichtet. Wegen Lehrermangels kam keiner und so musste Lehrer Müller 1854 noch 150 Werktagsschüler und 56 Sonntagsschüler unterrichten.

Schulgeld und Besoldung

Jeder Werktagsschüler musste im Jahr 1 Guden und 12 Kreuzer Schulgeld bezahlen. War ein Kind aus Armut der Angehörigen nicht im Stand zu bezahlen, so wurde die betreffende Gemeinde zur Zahlung angehalten.

Im Jahr 1840 betrugen die Einkommen der hiesigen Schulstelle:

Schulgeld á 1 Gulden 12 Kreuzer von 90 Werktagsschüler 108 Gulden
von weiteren 12 Kindern 12 Gulden
Besoldung von der Gemeinde 90 Gulden
von 6 1/2 Jauchert Feld 27 Gulden 30 Kreuzer
2 Klafter Holz 12 Gulden
als Mesner 5 Scheffel Dinkel 20 Gulden
5 Schefel Gerste 12 Gulden
als Organist 22 Gulden

Martin Müller erhält Schulstelle

Im Jahre 1843 wird Marti Müller, jung, als festangestellter Lehrer erwähnt. Er löste somit seinen Vater ab, dem bisher diese Stelle gehörte. Er unterrichtete 141 Werktagsschüler in zwei Abteilungen und 46 Sonntagsschüler. Daneben versah er den Meßner- und Organistendienst. Dem Meßnergehilfen musste er 10 Gulden abtreten.

Ab Dezember 1844 wurde Hilfslehrer Welmann für 25 Gulden Gehalt eingestellt. Dieser hatte "alle Sonntage die Sonnatgsschule" zu halten. 1845 besserte die Gemeinde das Gehalt auf. Unterlehrer Karl Gubrat erhielt 152 Gulden, Schulmeister Müller 306 Gulden 30 Kreuzer. Unterlehrer lebten kärglich. 1854 bat Unterlehrer Ackermann um "ein Gärtle beim Schulhaus". 1862 wollte sich Unterlehrer Elsner verehelichen und bat um "Unterstützung bei einer kleinen Veränderung in seinem Zimmer mit Kosten von 5 Gulden 30 Kreuzer. Die Gemeinde gewährte im die Hilfe. 1865 reichte Unterlehrer Eberhardt das ihm zustehende Klafter Holz nicht, er erhielt einen weiteren halben Klafter. 1894 war das Zimmer mit "1 irdener Ofen, 1 Tisch, 2 Stühle und Bettkasten" ausgestattet. 1900 erhielt Anton Kümmel von Sattler Georg Haas "zur Abtrennung des Wohngelasses einen Vorhang und einen Bettopf" für 30 Mark.

Immer wieder Schulversäumnisse

Am 10.11.1847 vermerkt das Kirchenkonventprotokoll: "Die Werktagsschule wurde in letzter Zeit wenig besucht. Der Kirchenkonvent beschließt, es solle auf üblichem Wege die unfleißigen Eltern vom Pfarrer ermahnt werden." Der übliche Weg war: "von der sonntäglichen Kanzel die Eltern zu mahnen, ihre Kinder fleißiger in die Schule zu schicken."

Der Schulkommission wurden vom Lehrer in der Zeit vom 25.10. bis 7.12.1852 laut Kirchenkonventsprotokoll 35 Eltern genannt, die ihre Kinder nicht anhielten, in die Schule zu gehen. Alle Eltern wurden vor die Kommission berufen. Wer keinen triftigen Entschuldigungsgrund nennen konnte, wurde bestraft. 18 Eltern mussten einen Kreuzer, ein Vater sogar drei Kreuzer bezahlen.

Körperliche Züchtigung

Das Kirchenkonventprotokoll berichtet über eine körperliche Züchtigung: "Lehrer Müller erklärt, dass der Knabe L.K. wegen unartigen Benehmens in der Kirche und beim Beginn der Schule mit einem kleinen Stöcklein 6 Tatzen erhalten habe. Als er seine Aufgabe nicht gelernt hatte, habe er ihn weider mit 6 Streichen bestraft, um 1/2 11, als er wieder eine Aufgabe nicht gelernt hatte, bekam er noch einmal 6 Tatzen. Die Mutter gibt an, dass sie nachmittags zum Lehrer gegangen sei und nach der Ursache der Strafe gefragt habe, die ihr der Lehrer genannt habe. Sie hatte nichts einzuwenden, da sie an den Händen des Kindes keine Spuren als Folge einer zu harten Strafe wahrgenommen habe. Der Kirchenkonvent ist der Meinung, dass der Knabe etwas hart, aber nicht ungerecht bestraft wurde und von Verletzung oder Misshandlung keine Rede ist." Der Onkel des Kindes, der dem Lehrer "Vorwürfe gemacht, im roh begegnet, auf den Tisch geschlagen, zu ihm gesagt, er solle sich schämen, ein Kind so zu misshandeln" wurde vom Kirchenkonvent wegen "unbotmäßigem und kränkendem Benehmen mit 3 Stunden Arrest bestraft."

Ein anderer Fall: "Rosina Klink besucht schon längere Zeit weder die Sonntagsschule noch die Christenlehre. Einen entschuldigenden Grund weiß sie nicht vorzubringen, dafür wird sie mit einer Gefängnisstrafe von 24 Stunden bei mäßiger Koste bestraft."

Erstmals wurde in 1869 über ein Strafsystem und 1878 über die körperliche Züchtigung, über Anwendung und ihre Vermeidung in den Bezirkskonferenzen der Lehrer gesprochen. In einer Verfügung des königlichen Ministeriums des Kirchen- und Schulwesens vom 22. Mai 1880 wurde die körperliche Züchtigung geregelt.

Im Jahr 1932 musste das Bezirksschulamt Rottweil einem Lehrer "seine ernste Missbilligung aussprechen und ermahnt, alle KInder gleich zu behandeln, keine Hosenspanner auszuteilen und das Züchtigungsrecht auf höchstens 2 Tatzen im Einzelfall zu beschränken." Ehemalige Schüler können sich wohl noch recht gut an die überzogenen und ungerechten Strafen erinnern.

Das landeseinheitliche Lesebuch

Die Jahre 1850 bis 1918 waren durch ständige gesellschaftliche Veränderungen geprägt. Die Schule musste sich darauf einstellen. Es gab Auseinandersetzungen über ein neues Schulrecht, bei dem der Staat mehr Einfluss gegenüber den Konfessionen erlangen wollte. Im Jahr 1854 wurde als erster Schritt dazu ein landeseinheitliches Lesebuch eingeführt. Bisher wurden nur in Bibeln, Katechismus oder Gebetsbücher benützt, auch für Fächer wie Geschichte oder Erdkunde.

Auch für katholische Volksschulen waren aus der württembergischen Geschichte unter anderem folgende Lesestücke vorgeschrieben: "Ulrich mit dem Daumen, Eberhard im Bart, König Friedrich, König Wilhelm; aus der allgemeinen Geschichte: Die Römer, Deutschland und die alten Deutschen, Hermann der Befreier, Karl der Große, die Kreuzzüge, Christenverfolgung, Friedrich Barbarossa, Kolumbus, Johannes Guttenberg, der 30jährige Krieg, die Türken vor Wien, Napoleon I."

Dauernder Lehrermangel führt zur Kürzung der Schulzeit

Wegen der schlechten Besoldung der Schulmeister und Provisoren herrschte überall Lehrermangel. Auch in Villingendorf konnte die 1840 errichtete und im Jahr 1854 erneut ausgeschriebene Provisoratsstelle nicht besetzt werden. Die königliche Schulverwaltung sah sich 1858 gezwungen, diesem Missstand durch Anhebung der Lehrergehälter im Königreich Württemberg entgegenzuwirken. Sie erließ folgende Anordnung an die Gemeinden: "Ein Schulmeister sollte zwischen 300 und 425 Gulden, davon mindestens 50 Gulden in Naturalien, ein Unterlehrer 180 Gulden, dazu ein heizbares Zimmer und Brennholz und ein Lehrgehilfe 110 Gulden und 5 Scheffel Dinkel erhalten." Die Höchstzahl der Schüler wurde von 901 auf 130 erhöht. Das Einschulungsalter von bisher acht auf sieben Jahre verkürzt.

Schulpflichtig wurden "diejenigen Kinder auf den 1. Mai, welche im Laufe des Kalenderjahres das siebte Lebensjahr vollenden. Die Pfarrämter haben die Kinder, die schulpflichtig werden, aus den Pfarrbüchern zu Beginn des Schuljahres zu erheben und die Namen derselben an dem der Schulaufnahme vorangehenden Sonntage zu verkünden. Die Schulpflichtigkeit endet an Georgi desjenigen Kalenderjahres, in welchem der Schüler das 14. Lebensjahr zurücklegt. Auf Verlangen müssen diejenigen Kinder, welche im Laufe des Kalenderjahres das sechste Lebensjahr zurücklegen und gehörig entwickelt sind, je mit Beginn des Schuljahres am 1. Mai in die Schule aufgenommen werden. Der frühere Eintritt begründet keinen Anspruch auf frühere Entlassung."

Es gab seit 1844 eine Anweisung der Oberschulbehörde, wonach "Schüler, die mit 14 Jahren im Lesen und SChreiben noch nicht genügend Fertigkeiten haben, oder in Religion noch nicht genügend unterrichtet sind, sollen unnachsichtig nach dem Schulgesetz bestraft werden." Die Schülerzahl konnte so in Württemberg von 320 000 auf 280 000 gesenkt werden, aber die Schulen litten weiterhin unter Lehrermangel. Erst 1860 wurde hier die Unterlehrerstelle besser bezahlt. Herr Elfer unterrichtete 64 Schüler und bekam 230 Gulden, ein beheizbares Zimmer und 1 Klafter Tannenholz, was in anderen Gemeinden nicht selbstverständlich war. Auch hier war der Bürgerausschuss gegen eine Erhöhung und wollte für die 2. Lehrerstelle nur 180 Gulden bezahlen. Herr Elfer starb am 2.8.1862 plötzlich an Blutsturz, wie die Pfarrchronik berichtet. Einen Antrag des landwirtschaftlichen Bezirksverein, hier "eine Schule für Fortbildung der Landwirtschaft einzurichten", verschob der Gemeinderat "auf unbestimmte Zeit".

Realienunterricht verdrängt Religionsunterricht

Der 1836 der Sonntagsschule zugeordnete Realienunterricht hatte sich nicht bewährt und wurde 1864 wieder der Werktagsschule zugeordnet. Der entsprechende Lehrstoff wurde dem Lesebuch entnommen. Dazu mussten die Unterrichtsinhalte für das Fach Religion um ein Drittel gekürzt werden. Das Knabenturnen und der Handarbeitsunterricht für die Mädchen wurden neue Unterrichtsfächer für die Volksschule. In Villingendorf scheint das Knabenturnen erst 1884 als ordentliches Lehrfach eingeführt zu sein. Zuvor erteilte es Unterlehrer Amman "in den Freistunden". Dies war den Eltern "ganz unangenehm, das die Schüler immer zu spät nach Hause kommen und die ganze Familie sich nach diesem richten sollte." Erst 1908 wurden die "notwendigen Gerätschaften" angeschafft.

Alle Lehrer des Bezirks mussten jährlich an vier Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen. Dabei wurde ein aktuelles Thema oder ein Buch besprochen. Es wurde geprüft, ob alle Lehrer das Buch gelesen hatten. Eine Lehrprobe wurde abgehalten. Zur nächsten Konferenz musste ein Aufsatz geschrieben werden. Nach 1866 waren jährlich nur noch zwei Aufsätze zu fertigen. Diese Pflicht erlosch mit dem 50. Lebensjahr.

Neues Volksschulgesetz vom 25. Mai 1865

Das Amt des Bezirksschulinspektors wurde vom Amt des jeweiligen Dakans getrennt, um eine bessere Schulaufsicht zu gewährleisten. Es wurde ausschließlich von Pfarrern besetzt. Erster hauptamtlicher Schulinspekteur wurde der Villingendorfer Pfarrer Letzgus, der dieses Amt bereits als Dekan seit dem 12.11.1850 innehatte. Zum ersten Schulpflegerechner wurde in diesem Jahr Andreas Bühl gewählt. Ihm oblag die Verwaltung der Einnahmen und Ausgaben der Schule und die Inventarisierung.

Unterrichtsorganisation der Volksschule im Jahr 1870

Der neu erlassenen Normallehrplan unterschied zwischen der einklassigen Schule, in der die Kinder aller Altersstufen von nur einem Lehrer unterrichtet wurden, der mehrklassigen Schule, in der mehrere Jahrgänge zu einer Klasse zusammengefasst wurden und der ausgeabueten Schule mit 7 Klassen, die je nur einen Jahrgang umfassten. Ziel war eine Gliederung der Volksschule in eine Unter-, Mittel- und Oberstufe.

Neu war, dass der Normallehrplan die Stundenzahl der einzelnen Fächer festlegte:

Abteilung 1 (1. Schuljahr) wurde 12 Wochenstunden "unmittelbar" (7 1/2 Std. allein und 4 1/2 Std. zusammen mit Abt. 2) unterrichtet; 6 Übungsstunden "Stillbeschäftigung" kamen hinzu. Abteilung 2 (2. und 3. Schuljahr) wurde ebenfalls 12 Stunden lang "unmittelbar" unterrichtet (8 1/2 allein und 3 1/2 zusammen mit Abt. 1 oder Abt. 3); 6 Übungsstunden kamen hinzu. Abteilung 3 und 4 wurden stets gemeinsam unterrichtet, von den 18 "unmittelbaren" Stunden waren 1 1/2 Std. mit Abt. 2 gemeinsam; dazu kamen 6 bis 8 Übungsstunden. Im Religionsunterricht waren die Schuljahre 1 bis 3 in Abt. 1 und die Schuljahre 4 bis 7 in Abt. 2 zusammengefasst. Mit dem Normallehrplan durften die Lehrer einzelne Schüler als Helfer einsetzten. Ältere Schüler durften zu den jüngeren und ihnen beim Lesen und Schreiben helfen.

Nach einem Eintrag im Schulbuch dauerte der Unterricht an unserer Schule "für die Abteilung 2 und 3 von 7 bis 11 Uhr und für die Abteilung 1 von 1 bis 1/2 4 Uhr". Im Jahr 1871 fand der Unterricht nur vormittags statt. Die Abteilung 3 und 4 wurde "von 7 - 10 Uhr und, die Abteilung 1 und 2 von 9 - 1/2 12 Uhr" unterrichtet.

Mit der Einführung der mitteleuropäischen Sommerzeit im Jahre 1892 wurde in der Zeit vom 15.11 bis 15.2. der Beginn der Winterschule auf 8 1/2 Uhr festgelegt. Wenn Nachmittagsunterricht gehalten wurde, gab es keine Hausaufgaben. Die Mittagspause dauerte wenigstens 2 Stunden zwischen 11 - 1 Uhr oder 12 - 2 Uhr. Pausen gabe es für die 7 - 10jährigen Schüler nach jeder Stunden je 5 Minuten, für die älteren vormittags nach der 2. Stunde eine Pause von 15 Minuten, nachmittags nach jeder Stunde 5 Minuten.

"Hitzevakanz" konnte es geben, wenn das Thermometer vormittags zwischen 9 und 10 Uhr über 20° R im Schatten zeigte. Den Eintritt der Hitzevakanz bestimmte der Ortsschulaufseher, also der Ortsgeistliche. Das 80teilige Reaumur-Thermometer wurde 1906 durch das 100teilige Celsius-Thermometer ersetzt.

Das Sitzenbleiben wurde auch 1870 eingeführt. Ein Schüler, der die höhere Abteilung nicht erreichte, musste in der niedrigeren verbleiben. Ab dem Jahr 1870 musste der Lehrer Zeugnistabellen erstellen. Diese wurden vom Schulinspektor bei der jährlichen Prüfung, die an unserer Schule in der Regel im Februar ab 8 Uhr vormittags und 13.30 Uhr nachmittags stattfand, eingesehen. Diese Zeugnisse hatten keine Auslesefunktion und keine Berichtsfunktion wie die heutigen Schulzeugnisse oder Halbjahresinformationen, die an die Eltern gerichtet sind, sondern sie dienten ausschließlich der Kontrolle des Lehrers und der Überwachung des Schulzwanges.

Es gab acht Notenstufen: 8 = recht gut, 7 = gut - recht gut, 6 = gut, 5 = ziemlich gut - gut, 4 = ziemlich gut, 3 = mittelmäßig - ziemlich gut, 2 = mittelmäßig, 1 = sehr mittelmäßig. Ein Einser war damals also die schlechteste Note und ein Achter die beste. Um das Jahr 1900 wurden die Halbjahreszeugnisse eingeführt und ein Schulentlasszeugnis "zum Eintritt in die verschiedensten Arten von Fortbildungsschulen" durchgesetzt.

Das metrische System wurde nun eingeführt. "Wie zeigt man den Kindern die Imrechnung der alten Maße und Gewichte in die neuen?" war Gegenstand auf einer Lehrerkonferenz im Jahre 1870. Seit 1825 hatte man sich an die württembergischen Maße gewöhnt und nun wurde alles anders. 1857 wurde das Pfund von 467,71 Gramm auf 500 französische Gramm erhöht. Ein Pfund maß 32 Lot oder 128 Quentchen oder 512 Richtpfennige. Als Längenmaß galten Fuß = 0,2865 Meter, Zoll = 0,02865 m, oder Linie = 0,002865 m.

Das Norddeutsche Bundesgesetz vom 17.8.1868 brachte das metrische oder Zehnersystem. Es wurde in Württemberg per Dekret von 1872 festgelegt. Nach Gründung des Deutschen Reiches 1871 wurde die Gulden/Kreuzer-Währung durch die Goldwährung und die Mark zu 100 Pfennig als Münzeinheit im Verhältnis 1 Gulden = 1,70 Mark abgelöst. 1872 wurden die Raummaße neu festgelegt. 1 Kubikfuß waren nun 0,2351417 Kubikmeter. Statt bisher 42,5275 Kubikfuß gab es jetzt den Festmeter, und 0,29533 Klafter gaben nun einen Raummeter. Laut Gemeinderatsprotokoll bekam nun der Lehrer statt 2 Klafter Schnittholz jetzt 8 Raummeter als Besoldungsholz. Der Schulgehilfe erhielt statt 1 KLafter künftig 4 Raummeter Schnittholz jährlich.

Die Mark-Währung kommt

Nach dem Gemeinderatsprotokoll wurde im Jahr 1875 statt des Gulden auf die Mark umgestellt. Nach dem Schulgesetz von 1830 oblag das Reinigen und Heizen der Schulräume dem Lehrer. 1873 erhielt die Dienstsiegel des Schulmeisters Reiner 2für Weißen der beiden Schulzimmer" von der Gemende 1 Gulden als kleine Belohnung. Im Jahr 1887 bat Lehrer Röhrle die Gemeinde, "da ihm das Schulheizen in beiden Räumen viel Mühe macht" um eine Belohnung. Die Gemeinde gestattete auf widerrufliche Weise 30 Mark. Ab dem Jahr 1894 übernahm der Amtsdiener das heizen, ab 1903 wurden auch Kohlen verfeuert, und ab 1900 das Reinigen die Gemeinde. Erste Schulreinigerin war Franziska Mink. Das "Ölen der Fußböden" besorgte die Gemeinde, später wurde es der Schulreinigerin übertragen.

Keine Altersversorgung für Lehrer

Die Lehrer taten damals Dienst, solange es irgendwie ging - in der Regel bis zu ihrem Tod. Am 6.7.1869 verstarb Lehrer Martin Müller im damals hohen Alter von 72 Jahren. Für seine Verdienste erhielt er am 15.12.1865 die vom König verliehene silberne Verdienst-Medaille "in Beachtung seiner vieljährigen treuen und erziehlichen Dienstleistung."

Sein Nachfolger wurde der am 22.2.1829 in Zimmern u.B. geborene und in Lauterbach angestellte Matthias Reiner. 1874 wurde er in das hiesige Bürgerrecht aufgenommen. Über ihn vermerkt die Pfarrchronik: "Am 25.10.86 starb an einem Lungenschlag der Schullehrer Matthias Reiner. Er war seit 1869 hier im Dienst, durch großen Eifer sich auszeichnend, nicht ohne Lehrgeschick, ruhig und still in seinem Lebenswandel, gegen jedermann bereit zur Aushilfe hatte er sich die Hochachtung der ganzen Gemeinde erworben. Seine Beerdigung war sehr feierelich."

Am 28.4.1887 wurde Heinrich Röhrle Nachfolger. Er wurde am 19.7.1834 in Horn bei Schwäbisch Gmünd geboren und war hier ein sehr guter Kirchenmusiker. Oft musste er wegen Fehlen eines Unterlehrers allein unterrichten. 1891 gewährte ihm die Gemeinde auf Anregung des Stiftungsrates, da seine Leistungen als alleiniger Lehrer von der Schulaufsichtsbehörde als vortrefflich bezeichnet werden, das Gehalt des Unterlehrers von 100 Mark. Am 9.4.1894 verstarb er unerwartet in Beuron an einem Herzschlag im 60. Lebensjahr.

Am 18.6.1894 bezog der neu ernannte Lehrer Julius Schaller, bisher in Altheim, Oberamt Horb tätig, die Schulstelle. Am 15.5.1853 wurde er in Neuhausen, Oberamt Esslingen, geboren. "Er bringt den Ruf eines braven, christlichen Lehrers und vorzüglichen Musikverständigen mit und war zwei Jahre am Konservatorium in Stuttgart." berichten die Pfarrakten. 1899 scheint er die Betreibung der Landwirtschaft aufgegeben zu haben, denn die "Güter der Schulstelle mit Einschluss der Ökonomieremise" wurden von der Gemeindeverwaltung übernommen und an hiesige Bürger auf 12 Jahre verpachtet. Er starb nach kurzer Krankheit am 9.2.1907. Seine musikalischen Fähigkeiten und seine Tätigkeit als geachteter Schulmeister wurden in einem halbseitigen Nachruf im Schwarzwälder Boten gewürdigt.

Trennung des Schul-, Mesner- und Organistenamtes

1876 wurde die Rechtsstellung des Lehrers dem Beamtengesetz angepasst, aber aufgrund ihrer "eigentümlichen Verhältnisse - Lehrer, Mesner und Organist" - zunächst nur als "öffentlicher Diener" anerkannt. Im Jahre 1887 kam es zur Trennung des Meßnerdienstes vom schulischen Amt. Dadurch wurde die Arbeit des Lehrers, der neben der Werktagsschule auch die Sonntagsschule und den Organistendienst zu leisten hatte, erleichtert. 1899 erfolgte die Trennung vom Organistenamt. Die Gemeinde gestattete aber Lehrer Schaller als Chordirigenten weiterhin 60 Mark als Vergütung des "Organistendienstes".

Im Jahr 1910 kam es zur Verbeamtung und 1912 zur Einordnung in die Berufsgruppe des mittleren Dienstes. Lehrerinnen verloren, wenn sie heirateten, Stellung und Personalrechte.

Winterabendschule

Laut Gesetz musste 1895 "eine allgemeine Fortbildungsschule" für die männliche Jugend eingeführt werden. Diese umfasste 80 Unterrichtsstunden, dauerte 2 Jahre und wurde von den unständigen Lehrern und Lehrgehilfen gehalten. Hierzu beschloss der Gemeinderat mit Stimme des Schultheißen am 27. November 1895 "elektrisches Licht mit 2 Flammen zum Sang- und Abendschulhalten im betreffenden Schulzimmer anzuschaffen, da Öllampen die gleichen Kosten verursachen würden." Im November 1896 erhielten die anderen Räume eine elektrische Beleuchtung.

1900 Bauliche Veränderungen im Schulhaus

Im Jahre 1900 wurden die Planungen zur "Einrichtung zweier Schulstuben, zweier Lehrerwohnungen, einem Zimmer für den Unterlehrer und sonstigen baulichen Veränderungen im Schul- und Rathaus" vom Oberamt Rottweil genehmigt.

Der östliche Eingang bei der jetzigen Bäckerei Geiger wurde auf die Westseite zur Hauptstraße hin verlegt. Die Außenwände wurden ausgemauert und das Dachwerk mit Schindeln angeschlagen. Im Dachgeschoss wurde eine Arrestzelle gemäß königlicher Verordnung eingebaut. An der Rückseite der Spritzenremise wurde ein 6,73 m langer und 2,85 m breiter Schülerabort mit gemauertem Fachwerk und Ziegelabdeckung erstellt.

Ende der geistlichen Schulaufsicht

Infolge der Verfassungskämpfe in Württemberg wurde 1907 die geistliche Schulaufsicht beendet und 1909 durch die staatliche ersetzt. Villingendorf kam zum Königlichen Schulinspektorat Rottweil.

Der Normallehrplan von 1870 wurde überarbeitet. Unsere Schule gehörte zur "einklassigen Schule, in der die KInder aller Altersstufen von einem ständigen Lehrer und einem Lehrgehilfen oder Unterlehrer unterrichtet werden." Diese gliederte sich in 4 Abteilungen: I. Abt. 1. Schuljahr, II. Abt. 2. und 3. Schuljahr, III. Abt. 4. und 5. Schuljahr, IV. Abt. 6. und 7. Schuljahr.

Unterrichtsgegenstände waren:

Religion
Sprache: Sprechen, Lesen, Aufsatz, Sprachlehre, Rechtschreiben, Schönschreiben
Rechnen und Raumlehre
Realien: Heimatkunde, Geschichte, Erdkunde, Naturgeschichte, Naturlehre
Singen
Zeichnen
Turnen für Knaben
Handarbeit für Mädchen

Zeugnis ab 1908

Alle Schüler erhielten nun bei der Hauptprüfung ein Zeugnis. Die Fächer waren in 5 Notenstufen zu bewerten: sehr gut, gut, befriedigend, genügend, ungenügend.

Die Zeugnisstufen galten auch für die Einträge in die Zeugnisheftchen, das Schulzeugnisbuch, die Entlassungszeugnisse und für die Übergabescheine; sie waren vom Ortsschulaufseher, dem Ortsgeistlichen zu kontrollieren, zu beglaubigen, dem Schulbericht an den Bezirksschulinspektor beizulegen und mussten bis zum vollendeten 22. Lebensjahr aufbewahrt werden, "weil die Militärbehörden dann und wann bei der Aushebung zum Militärdienst darauf zurückgreifen."

1910 Schulpflegerechnung

Laut Schulgesetz wurde die Schulpfelgerechnung Gemeindepfleger Haas übertragen. Die Gemeinde hatte nun auch für die Ausstattung des "Wohn- und Schlafzimmers" des unständigen Lehreres zu sorgen. Da das Zimmer nur mit einem "einfachen Kleiderkasten" ausgestattet war, erhielt es einen "Waschtisch mit Komod" und einen "Spiegel", gefertigt von Schreinermeister Georg Müller.

1912 Ein Lehrerwohngebäude wird errichtet

Wegen der hohen Schülerzahl von 145 wurde nach einem Erlass im Jahre 1910 eine 2. Lehrerstelle vorgeschrieben. Da die Gemeinde nur eine "1 Familienwohnung und eine 1-zimmrige Wohnung für den unständigen Lehrer" besaß, wurde der Bau einer Lehrerwohnung geplant. Am 18. September 1910 konnte das Richtfest gefeiert werden. "Nach Sitte und Brauch" erhielten die am Bau Beschäftigten "Speis und Trank" im Wert von 50 Mark. Die Baukosten betrugen 30200 Mark.

Die Pfarrchronik berichtet 1912: "Die bisherige Lehrerwohnung wurde zu einem Schullokal umgebaut, das neue Lehrerhaus, für 32 000 Mark erbaut, im August bezogen." Der Kostenvoranschlag vom 27.3.1912 für den Umbau der Lehrerwohnung im Erdgeschoss des Schulhauses in einen Schulsaal rechnete mit 7 000 Mark.

In den Gemeindeakten ist vermerkt: "Das Lehrerwohngebäude umfasst 2 gewölbte Keller, 2 Kohlenkeller und 1 Waschküche, das Erdgeschoß und der 1. Stock je 3 beheizbares und 1 unbeheizbares Zimmer; Küche, Bad, Abort und Speis mit einer Gesamtwohnfläche von 133 qm. Im 2. Stock werden ein beheizbares und ein nicht beheizbares Zimmer; 1 Kammer, 1 Wasch- und Kochgelegenheit und 2 Bühnenräume für Holz errichtet." Heute vermietet in dem Haus "Im Gäßle 2" die Gemeinde eine Arztpraxis und Wohnungen.

1912 Dritter Schulsaal - dritte Lehrerstelle

Im Schul- und Rathaus konnte nun ein dritter Schulsaal eingerichtet werden. Die Gemeinde stimmte auch einem Erlass zu, eine dritte Lehrerstelle einzurichten. Damit endete auch die Verpflichtung, dem bisherigen Unterlehrer mit "4 Meter Brennholz als Besoldungsholz" zu entlohnen.

Sonntagsschule

Nach einem Beschluss des Ortsschulrates vom 2. April 1912 sollte die "Sonntagsschule für Jungfrauen" in eine Fortbildungsschule umgewandelt werden. Der Gemeinderat war für die Beibehaltung der Sonntagsschule für Mädchen, da "der Schulbesuch für Mädchen an Werktagen bei Betrieb der Landwirtschaft und bei sonstigen Arbeiten nicht günstig erscheint".

Wegen hoher Schulkosten schieden die KInder vom Hochwald im Jahre 1904 aus dem Schulverband Villingendorf aus und besuchten die Schule in Lackendorf. 1913 kündigte Lackendorf. Am 30. Mai 1913 schloss die Gemeinde mit der Stadt Rottweil eine Schulverbandssatzung, um die Schüler in Villingendorf zu unterrichten. Rottweil war bereit, jährlich 800 Mark zu bezahlen. Die Umschulung kam wegen des Ersten Weltkrieges nicht zustande, denn ab 1914 besuchten keine Kinder vom Hochwald unsere Schule.

1914 Der Erste Weltkrieg beginnt

Schulleiter Huber berichtet am 6.8.1914: "Am 4. August 1914 wird die Schule zweiklassig wegen der Einberufung des Unterlehrers F. Strehle. Der Leher der Mittelklasse gibt Schuljahr IV an die Oberklasse ab und übernimmt die Schüler des I. und II. Schuljahres." Huber übernahm die Unterklasse mit den Schuljahren 1 bis 3 mit 34 Wochenstunden und Oberlehrer Weiß die Oberklasse mit den Schuljahren 4 bis 7. Von den Lehrern wurde erwartet, dass sie ohne besondere Vergütung bis 150 Schüler unterrichten und die Pflichtstundenzahl überschreiten.

Erstmals konnten nebenamtliche Fachlehrer, meist Handarbeitslehrerinnen, von den Gemeinden angestellt werden. Am 1.9.1916 rückte Lehrer Weiß ein und kam am 15.12.1916 vom Militär zurück. Am 2.1.1917 übernahm er wieder eine Schulklasse. In der Zwischenzeit war OL Huber alleiniger Lehrer.

Am 27.1.1919 wurde die Schule wieder dreiklassig. Unterlehrerin Stehle unterrichtete die Schuljahre 1 bis 3, Oberlehrer Huber 4 und 5, Hauptlehrer Weiß 6 und 7.

1920 Neufassung des Volksschulgesetzes

Die Schulgeld- und Lernmittelfreiheit wurde eingeführt. Der Besuch der Volks- und Fortbildungsschulen war nun unentgeldlich. Diese Lernmittelfreiheit musste bis 1928 abgeschlossen sein. Die Schüler mussten mit den erforderlichen  Lernmitteln versehen werden. Dies führte dazu, "dass die Schule aus der Gemeindekasse einen jährlichen Betrag von 3 Mark pro Schüler erhalten soll."

Das 8. Pflichtschuljahr wurde eingeführt. Schulpflichtig wurden alle Kinder, die bis zum 30. April das sechste Lebensjahr vollendeten. Die Einführung des 8. Schuljahres stieß auf Widerstand im Ort. Die Gemeinde bat um Aufschub bei der Schulbehörde, "da die Kinder zu bestimmten Arbeiten herangezogen werden wie Geschwister beaufsichtigen, Vater ist in der fabrik, die Mutter bei der Feldarbeit." Diese Eingabe schien Erfolg gehabt zu haben, ebenso im Jahr 1932; denn erst 1939 wird ein 8. Schuljahr erwähnt.

Laut Reichsgesetz vom 28.4.1920 "ist die Volksschule in den vier untersten Jahrgängen als Grundschule einzurichten." Da das Turnen während des Krieges aus Lehrermangel zum Erliegen kam, wurde angeordnet, dass "für die Schuljahre 1 bis 3 jeden Vormittag 10 Minuten Erholungsturnen, ab dem Schuljahr 5 ein hausaufgabenfreier Spielnachmittag" einzuführen sei.

Hochzeiten von Lehrern

Anlässlich der Vermählung des Hauptlehrers Frey, der 1908 bis 1910 als Unterlehrer hier tätig war, mit Ida Huber, Tochter des Oberlehrers Huber, gab es für die Mittelklasse, wohl zur Freude der Schüler, im Jahr 1921 einen ganzen Tag schulfrei. Ein Jahr später heiratete am 21.7.1922 Hauptlehrer A. Ehmer die Tochter Pia des OL Huber. Für die Mittel- und Oberklasse gab es nur nachmittags schulfrei.

1923 Inflation

Die grassierende Inflation im Jahr 1923 hatte auch in der Schule ihre Auswirkungen. Die Erstkommunikanten bekamen schon traditionsgemäß von der Gemeinde ein Bild und die Entlassschüler ein Gesang- und Gebetbuch.  "Trotz Geldmangels bleibt der Gemeinderat beim bisherigen Brauch und bestellt: für 34 Kinder je 1 Bild á 200 M, für 21 Entlassschüler je 1 Buch á 300 M, insgesamt 69 800 M." Am 25.7.1923 kostete ein Zeichenheft 5000 M. Laut einer Portoliste kostete eine Briefmarke am 20.9. 3 000 M, am 21.9. 30 000 M und am 27.9. sogar 250 000 Mark.

1928 Oberlehrer Huber wird pensioniert

Nach 21-jährigem Wirken trat OL Lorenz Huber in den wohlverdienten Ruhestand. Als Andenken erhielt er von der Gemeinde zum Abschied eine goldene Taschenuhr. Er wurde am 25. September 1936 unter großer Beteiligung beerdigt. Sein Nachfolger sollte OL Eugen Weiß werden, der als tüchtiger Lehrer sehr beliebt war. Aber aus gesundheitlichen Gründen zog er nach Seebronn bei Rottenburg.

Nachfolger als Schulleiter wurde dann OL Berthold Müller, der 1929 den Dienst antrat. Er starb aber schon nach vierjähriger Tätigkeit am 8.6.1933 im Alter von 55 Jahren bei seinem Bruder in Gallenbach bei Augsburg.

1933 Der Nationalsozialismus wird spürbar

Unter Pfarrer Theodor Blank bahnte sich eine Auseinandersetzung mit den religionsfeindlichen Nationalsozialisten an. Im Jahr 1930 wurde der Sportplatz im Fronholz, der heutige Pfarrsportplatz, zum "katholischen Jugendsportplatz" ernannt.

Gauleiter Maurer bestimmte den Platz "Riedwasen", den heutigen "Baseballplatz" an der Gemarkungsgrenze zu Herrenzimmern als Sportplatz und benannte ihn nach dem damaligen Führer. Jungvolk und Bund deutscher Mädchen hatten dort Sonntagsvormittag, anfangs um 6.00 Uhr und später während des Gottesdienstes Turnunterricht, der von Parteimitgliedern erteilt wurde.

Nach einer Bestimmung der Bezirksverwaltung musste ein Radio mit Lautsprechern für 293 Reichsmark angeschafft werden, "damit den Leuten die Möglichkeit gegeben wird, den Reden des Reichskanzlers und anderen zuzuhören. Nachdem dieser Apparat 1935 nach "missbräuchlichen Benützen durch die Lehrerschaft" in Reparatur gegeben werden musste, wurd ein Volksempfänger für 76 RM gekauft.

Die Fortbildungsstelle für Mädchen wird errichtet

Die aus der früheren Industrieschule entstandene Fortbildungsschule für Mädchen sollte Rottweil zugeteilt werden. Die Gemeinde tat sich jedoch mit Herrenzimmern und Bösingen zusammen und plante einen Anbau an das Schwesternhaus. Letztlich kam sie in das Haus Eugen Weber (heute Schellenwasen 2).

Am 1.12.1934 übernahm Schulvorstand OL Schlipf die "hauswirtschaftliche Schule" und legte ein Inventarverezeichnis an. Dies bedeutete, dass die Ordensschwestern, die bisher diesen Unterricht erteilten, aus dem Schuldienst entfernt werden sollten.

1935 Anschaffung eines Filmapparates

Durch einen Erlass des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Bildung wurde angeordnet, dass "für sämtliche allgemeinen Schulen des Deutschen Reiches zur Beschaffung eines Filmapparates von jedem Schüler je Vierteljahr 20 Reichspfennig zu ereheben seien." Die Gemeinde sprach sich dagegen aus: "Die Gemeinde kann es nicht billigen, dass die kinderreichen Familien, die zum Teil bis zu 5 Kinder in der Schule haben, einseitig zum Tragen der Kosten herangezogen werden." Das Gerät wurde dann von der Gemeindekasse bezahlt.

1936 endet die katholische Bekenntnisschule Villingendorf

Die Gemeinde wurde von der Kreisleitung der NSDAP aufgefordert, die katholische Bekenntnisschule aufzugeben und die Deutsche Volksschule einzuführen. Der Gemeinderat war mehrheitlich dagegen. Dies half jedoch nichts. Landrat und Kreisleitung setzten sich über den Mehrheitsbeschluss hinweg und entschieden, dass die Deutsche Volksschule eingeführt werden muss.

1937 Die Kochschule beginnt im Weberschen Haus

Nach der Gründung eines hauswirtschaftlichen Fortbildungsschulverbandes mit den Gemeinden Bösingen und Herrenzimmern erwarb die Gemeinde das Haus Nr. 51 von Schreinermeister Eugen Weber. Heute ist das Feuerwehrhaus dort untergebracht.

Kirchliche Lehrkräfte werden vom Schuldienst entfernt

Schwester Alberika Weggenmann, die seit 1.4.1933 neben dem Kochunterricht auch den Handarbeitsunterricht an der Schule in 7 Klassen erteilte, durfte ab 2.12.1937 auf Geheiß der Kreisleitung keinen Unterricht mehr halten. Die Stelle wurde mit einer Fachlehrkraft für Handarbeit, Hauswirtschaft und Mädchenturnen besetzt.

Am 29.6.1937 wurde Dekan Blank die Erteilung des Religionsunterrichtes untersagt. Er hatte sich zusammen mit 210 anderen Geistlichen der Diözese geweigert, das Treuegelöbnis gegenüber Adolf Hitler abzulegen. Auf Anordnung der Partei durften die Lehrer keine Dienste in der Kirche mehr ausüben. So musste auch OL Schlipf das Organistenamt abgeben. Josef Daniel übernahm Organistenamt und Chorleitung des Katholischen Kirchenchores. Er hatte schon im Jahr zuvor in dieser Funktion ausgeholfen.

1938 Gründung der landwirtschaftlichen Berufsschule

Infolge der Neuregelung des beruflichen Schulwesens wurde 1938 im Rahmen eines Schulverbandes für ca. 30 Gemeinden die landwirtschaftliche Berufsschule für Jungen mit Sitz in Villingendorf gegründet. Unterrichtet wurde in den Räumen der Schule.

1940 Grunderwerb zum Schulhausbau

Die Schulraumnot veranlassteam 18.12.1938 den Gemeinderat zum Beschluss ein neues Schulhaus zu errichten. Die steigende Schülerzahl (im Jahr 1942 waren es 206) war abzusehen, und so wurden 1940 Grundstücke von Thomas Schanz, August Bühl und Karl Wagner erworben. Wegen des Krieges wurde das Bauvorhaben zurückgestellt.

OL Schlipf wurde nach Heidenheim versetzt und HL Eberle zum Militär eingezogen.

1941 neuer Lehrplan und Änderung in der Schulorganisation

Der bisherige Lehrplan von 1928 wurde aufgehoben und ein auf der national-sozialistischen Weltanschauung gründender Stoffplan eingeführt. Das Fach Religion gab es nicht mehr; stattdessen nahm das Fach Leibesübungen den ersten Platz ein.

Der Schuljahresbeginn wurde auf dem 1. September verlegt, um einen einheitlichen Beginn in ganz Deutschland zu haben. Schulpflichtig wurden alle Kinder, die im Kalenderjahr das 6. Lebensjahr vollendeten. Die Schüler erhielten nun Halbjahreszeugnisse mit den Noten sehr gut, gut, befriedigend, ausreichend, mangelhaft, ungenügend.

Wegen zunehmender Versorgungsprobleme wurden die Schüler zu Sammlungen von Altmaterial wie Eisen, Knochen, Lumpen, Papier und Heilkräutern angehalten.

1945 Kriegsende und Wiederbeginn des Unterrichts

Am 13. Februar 1945 wurde der Ort unter Bordwaffenbeschuss genommen und ca. 30 Häuser in der Hochwaldstraße beschädigt. Die Fliegerangriffe nahmen zu und so wurde laut Pfarrchronik die Schule am 15. Februar 1945 teilweise geschlossen bzw. fand der Unterricht unter erschwerten Bedingungen statt.

Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches wurde unter französischer Militärregierung und der Landesverwaltung für Kultus, Erziehung und Kunst für Südwürttemberg und Hohenzollern am 1.10.1945 mit dem Unterricht wieder begonnen. Zur Deckung des Lehrerbedarfs wurden Lehrgänge für Schulhelfer eingerichtet.

Da Schulleiter Ludwig Wetzel noch in Kriegsgefangenenschaft war, hatten die beiden Lehrerinnen Frau Haaga und Frau Kaspar die Verantwortung für die Schule. Sie mussten alle in der Zeit des 3. Reiches erschienenen Bücher, Karten, Atlanten und Schriftstücke einsammeln und abliefern. Ohne Hilfsmittel mussten sie in der Woche 36 Stunden unterrichten. Der Stoffplan von 1928 wurde wieder in Kraft gesetzt. Religion wurde wieder von Dekan Blank erteilt.

Nach und nach besserte sich die Lage. Allein die Schülerzahl nahm weiter zu. 1947 wurden in drei Schulräumen 250 Schüler unterrichtet. Der Gemeinderat beschloss daher, aus dem Ratszimmer und dem Grundbuchamt ein Klassenzimmer zu schaffen und die Gemeindeverwaltung im Weberschen Haus unterzubringen. Der neue Schulsaal konnte 1949 dann bezogen werden.

1948 Schulleiter Riedlinger

Der seitherige Schulleiter Wetzel trat auf eigenen Wunsch nach seiner Rückkehr aus Kriegsgefangenenschaft eine Schulleiterstelle in Harthausen an. Am 1.8.1948 wurde Gustav Riedlinger als Schulleiter eingesetzt. Er wirkte aus als stellvertretender Organist und Chorleiter bis 1963.

Abstimmung über die Schulform katholische Bekenntnisschule

Am 12.12.1948 wurde die Einwohnerschaft zur Abstimmung über die künftige Schulform aufgerufen. 535 Stimmen sprachen sich für die katholische Bekenntnisschule, 2 für die evangelische Bekenntnisschule und 8 für die christliche Gemeinschaftsschule aus.

1949 Schulspeisung

Die etwa 130 unterernährten Kinder unserer Gemeinde konnten am 12.5.1949 an der Schulspeisung teilnehmen. Gekocht wurde im Gasthaus Kreuz. Die Lagerung der Lebensmittel erfolgte in der Wohnung des Schulleiters.

Neuer Ortsschulrat

Dem neu gebildeten Ortsschulrat gehörten an: Schulleiter Gustav Riedlinger, Lehrer Martin Heberle, Bürgermeister Thomas Weisser, der Ortsgeistliche Dekan Theodor Blank; Vertreter der Elternschaft mit mindestens einer Mutter waren Karl Bühl und Emma Rebholz; drei Vertreter des Gemeinderates waren Ludwig Wagner, Johann Gaiselmann und Ernst Flaig.

Entlassprüfung

Durch die Entlassprüfung sollte der allgemeinde Kenntnisstand nach achtjähriger Schulpflicht festgestellt und ein einheitlicher Notenmaßstab für die Entlasszeugnisse gewonnen werden. Am 1.6.1949 nahmen 26 Schüler an dieser Prüfung an der Johanniterschule in Rottweil teil. Geprüft wurde mündlich und schriftlich in Rechnen und Raumlehre, schriftlich in Deutsch (1 Aufsatz und 1 Diktat) in Schönschreiben und in Sachkunde. Die einzelnen Leistungen wurden mit Punkten bewertet. 20 Punkte entsprachen der Note sehr gut.

1951 Beginn des Schulhausbaus

Der am 23.11.1950 vom Gemeinderat beschlossene Schuhausneubau konnte im Herbst 1951 begonnen werden. Das Richtfest wurde am 30.1.1952 gefeiert. Die Einweihung fand am 13.2.1953 statt. Das "vordere Schulhaus", wie es heute genannt wird, sollte laut Kostenvoranschlag samt Inneneinrichtung 337 000 kosten. Zur Finanzierung mussten 1 400 fm Holz verkauft werden und ein Darlehen von 100 000 DM aufgenommen werden.

Die Freude in der Gemeinde war groß. Die Gemeindeverwaltung spendierte jedem über 21 Jahre alten Teilnehmer einen Gutschein über 2 DM, der in den hiesigen Gaststätten eingelöst werden konnte. Die geladenen Gäste erhielten ein Festessen und 3 Viertel Wein á 1 DM. Bei der abendlichen Gemeindefeier wurde die Tonbandaufzeichnung des morgendlichen Festaktes wiederholt.

Nicht nur Schüler und Lehrer hatte an dem Neubau ihre Freude sondern auch die Einwohner. In der Pausenhalle waren Wannen- und Duschbäder eingebaut zur Benützung durch die Bevölkerung. Ein Wannenbad kostete 60 Pfennig und ein Duschbad 40 Pfennig. 30 Minuten durfte das Vergnügen dauern.

1951/52 Kurzschuljahr

Die Gesetzgebung in den früheren Ländern, Baden, Württemberg und Hohenzollern hatte bei der Schulpflicht zu Verschiedenheiten geführt, die im neuen Bundesland Baden-Württemberg eine einheitliche Regelung erforderlich machten. Als erster Schritt wurde der Schuljahresbeginn vom Herbst auf das Ende der Osterferien gelegt. Stichtag für die Einschulung war der 15.4.1952. Mit dem Jahr 1952 wurde die Unterrichtsverpflichtung der Lehrer von 32 auf 30 Stunden gesenkt. Eine Unterrichtsstunde dauerte 55 Minuten.

1954 Probearbeiten

Durch die "Ordnung des Aufnahmeverfahrens für die weiterführenden Schulen" vom 3.10.1954 wurden landeseinheitlich gestellte Probearbeiten am gleichen Tag und zur gleichen Stunde in Klasse 4 und 5 geschrieben: 1 Aufsatz, 2 Diktate und 2 Arbeiten in Rechnen. Der Notendurchschnitt von 3,0 für Realschule und 2,5 für Gymnasium war ein wichtiges Kriterium für die Aufnahme in die weiterführende Schule.

Die Lateinische Ausgangsschrift wurde ab Klasse 1 zur Pflicht. Die Elternsprechstunde wurde eingeführt, um "Zeit für die Aussprache mit den Eltern zu gewinnen und um häufige Störung des Unterrichts zu vermeiden."

1955 Lernmittelfreiheit

Mit dem Gesetz vom 31.1.1955 wurde die Lernmittelfreiheit für das ganze Land verbindlich. Die Gemeinden wurden aufgefordert, bis "1958 alle notwendigen Lernmittel, deren Kosten im Einzelfall mehr als 1 DM betragen, leihweise zu überlassen, sofern sie nicht von Erziehungsberechtigten selbst beschafft werden." Im Schuljahr 1958/59 wurde die Lernmittelfreiheit auch in Villingendorf eingeführt.

Jahresarbeit

Am 17.3.1955 mussten zum ersten Mal die Schüler des 7. Schuljahres eine Jahresarbeit schreiben: 1 Aufsatz, 1 Diktat und 1 Rechenarbeit. Diese Prüfung dauerte von 8.00 bis 11.30 Uhr und von 14.00 bis 16.00 Uhr.

1956 Verkehrserziehung wird Unterrichtsprinzip

Der zunehmende Verkehr bereitete Sorge. Das Kultusministerium ordnete deshalb an, dass monatlich 1 Unterrichtsstunde für Verkehrskunde zu verwenden ist.

1957 Unterrichtsstunde nur noch 50 Minuten

Die Dauer einer Unterrichtsstunde wurde von 55 auf 50 Minuten gekürzt. Das Lehrerdeputat aber von 30 auf 32 Stunden pro Woche erhöht. Der gleiche Vorgang wiederholte sich 1960. Die Schule konnte entscheiden, ob  eine Unterrichtsstunde wie bisher 50 Minuten dauern oder auf 45 Minuten gekürzt werden solle. Die Unterrichtsverpflichtung des Lehrers betrug bei der längeren Stunde 30 Stunden und bei 45 Minuten 32 Wochenstunden. Erst mit dem Sommerstundenplan 1966 wurde in Villingendorf die 45 Minuten dauernde Unterrichtsstunde eingeführt.

1962 Das Turnhallenproblem wird angegangen

Die Schule stellte bereits 1954 den Antrag auf Errichtung einer Turnhalle. Die alte Turnhalle in der Hochwaldstraße hatte zuletzt nur noch einen Sägmehlboden und war viel zu klein. 1960 überließ die Gemeinde das Gebäude der Firma Hopt. Während der Wintermonate wurde im alten Schulhaus in einem heizbaren Raum geturnt. Auch sonst war man sehr erfinderisch. Im Sommer trieb man auf den entfernt gelegenen Sportplätzen oder auf den Wiesen beim Schulhaus Sport. Ein regulärer, planbarer Sportunterricht war kaum möglich und sehr vom Wetter abhängig.

1962 - Frau Weniger und Klasse 1 - Im Hintergrund ist der Pausenhof und die Wiese, auf der heute das hintere Schulgebäude steht

Erst am 2.4.1962 übertrug der Gemeinderat dem Architekten Hahn aus Sulz die Planung einer Turnhalle und einen Erweiterungsbau für die Schule. Am 24.8.1964 wurde mit dem Erweiterungsbau für 8 Klassenräume und einer Fachklasse begonnen. Gleichzeitig wurde die Mehrzweckhalle ins Bauprogramm aufgenommen. Am 10.12.1965 wurde das Richtfest gefeierte und am 1.10.1966 fand die feierliche Schul- und Turnhalleneinweihung durch Pfarrer Kuolt statt. Das ganze Projekt kostete 2,25 Millionen Deutsche Mark.

1962 - Herr Weniger mit seiner Klasse 3

Raumprobleme und landesweiter Lehrermangel erschwerten die Unterrichtsarbeit. Nach dem Weggang von Schulleiter Riedlinger übernahm am 1.9.1963 Theresia Mütz die kommissarische Schulleitung bis sie von Erwin Walz am 15.1.1965 abgelöst wurde.

1962 - Frau Weniger und Klasse 1 - Besuch von Nikolaus und Knecht Ruprecht

22. Juli 1963 - Umzug beim Kinderfest mit Fräulein Münz und Herrn Weniger

Ostern 1965 - Schulentlassung mit Herrn Walz (rechts) und Herrn Weniger (links)

1966 Die Hauptschule wird eingeführt

Das Schulgesetz vom 5.5.1964 brachte große Veränderungen. Die Hauptschule mit dem 9. Schuljahr sollte 1966 eingeführt werden. Ziel der Hauptschule war: Gliederung in Jahrgangsklassen und Differenzierung in A- und B-Kurse, Einführung einer Fremdsprache (in der Regel Englisch), Arbeitsgemeinschaften.

6. Juli 1965 - Frau Weniger, Klasse 1 - Im Hintergrund das hintere Schulhaus im Rohbau

Um Jahrgangsklassen in der Hauptschule bilden zu können, wurden in Erfüllung des Schulentwicklungsplanes vom 23.6.1965 Nachbarschaftsschulen gegründet. Manche Orte verloren dabei die Hauptschüler.

Die Errichtung von 2 weiteren Stellen für wissenschaftliche Lehrkräfte wurde vom Oberschulamt Tübingen am 24.1.1966 unter der Voraussetzung vorgemerkt, dass der nötige Schulraum vorhanden ist. Als im Herbst das Raumproblem gelöst war, hinderte ein landesweit erheblicher Lehrermangel die Schuverwaltung an einer wünschenswerten Lehrerversorgung.

7. Juli 1966 - Herr Walz und Frau Lauscher mit Klasse 9 beim Schulausflug am Bodensee

1966 - 2 Kurzschuljahre

Mit der Einführung des 9. Schuljahres wurde der Schulbeginn bundeseinheitlich auf den Herbst verlegt. Zur Überbrückung wurden 2 Kurzschuljahre eingefügt. Das erste dauerte vom 1.4. bis 30.11.1966 und nach 1 Woche Ferien das zweite vom 9.12.1966 bis 31.7.1967.

1. Oktober 1966 - Schlüsselübergabe der neuen Schulräume und der Turn- und Festhalle von Bürgermeister Weisser an Herrn Weniger

1966 - Das neuerbaute hintere Schulhaus

1966 - Die neuerbaute Turn- und Festhalle

Der Schulleiter wird Rektor

Schulleitungen von Schulen mit mehr als 180 Schülern wurden nun als Rektorat bezeichnet. Da unsere Schule mit 245 diese Zahl weit überschritten hatte, ernannte das Oberschulamt Südwürttemberg-Hohenzollern mit Wirkung vom 1.1.1966 Schulleiter Walz zum Rektor.

Grund- und Hauptschule Villingendorf

Laut Gesetz vom 8.2.1967 wurde die Schule in eine christliche Gemeinschaftsschule umbenannt mit der Bezeichnung Grund- und Hauptschule Villingendorf (GHS). Die Schulhalbjahre wurden neu geordnet: das erste Schulhalbjahr dauerte vom 1.8. bis 31.1, das zweite vom 1.2. bis 31.7.

Erstes Schulfest

Am 1. Mai 1967 veranstaltete die Schule in der neuen Turnhalle ihr erstes Schulfest unter dem Motto "Die Volksschule singt und spielt". Dabei machte sich die fehlende Tribüne nachteilig bemerkbar. Erst nach 13 Jahren konnte mit Hilfe eines eigens gegründeten Fördervereins am 21.9.1980 die Fertigstellung des Tribünenanbaus gefeiert werden.

1967 - Schulentlassung: Pfarrer Kuolt, Bürgermeister Hermle, Rektor Walz

Fachräume werden eingerichtet

Mit Beginn des Schuljahres 1968/69 war der Physiksaal fertig ausgestattet. Der jetzt überflüssige Kohlenkeller wurde zum Werkraum umgebaut. Die nur noch wenig benützten öffentlichen Wannen- und Duschbäder wurden herausgerissen und ein Fotolabor eingebaut.

Aus Fräulein wird Frau

Ab dem Jahr 1970 wurde durch amtliche Festlegung jede Lehrerin egal ob verheiratet oder nicht mit Frau angeredet.

1970 Rekordschülerzahl

Im Jahr 1970 wurden in 11 Klassen 328 Schüler unterrichtet. Von 13 Lehrkräften einschließlich der Fachlehrer wurden 270 Stunden pro Woche erteilt.

1971 Schülermitverwaltung SMV

Die vom Kultusministerium angeordnete Schülermitverwaltung wurde eingeführt. Die Schüler der Klassen 5 bis 9 wählten je zwei Vertreter in den Schülerrat, der wiederum einen Vorsitzenden mit Stellvertreter wählte. Dami erhielt die Hauptschule ein wesentliches Strukturelement. Die Schüler wählten auch einen Verbindungslehrer, der die Arbeit der SMV beratend unterstützte.

1972 Neue Mathematik

Nachdem die Hauptschule nun auf dem rechten Weg war, konzentrierte sich das Kultusministerium auf die Grundschule. In übler Erinnerung ist wohl manchem noch die Einführung der neuen Mathematik mit ihrer Mengenlehre. Lehrer mussten wieder die Schulbank drücken und neue Zahlensysteme und Begriffe lernen. Als Multiplikatoren mussten sie das Gelernte an Kollegen und Eltern weitergeben. Viel Geld wurde in Bücher und Anschauungsmaterialien gesteckt. Hier waren es allein für die Klassen 1 und 2 in diesem Schuljahr 4100 DM. Nach 10 Jahren wurde die Mengenlehre wieder abgeschafft!

Bestürzung der Eltern über Schulentwicklungsplan

Der seit dem 23.6.1965 existierende Schulentwicklungsplan konnte zunächst aus Raumnot und wegen Lehrermangel nur nach und nach umgesetzt werden. Für die Durchführung des A- und des B-Zuges an der Hauptschule war eine Mindestzahl von 175 Schülern vorgeschrieben. Villingendorf hatte aber nur 121 Hauptschüler. Das bedeutete, dass der Bestand der HS hier nicht mehr gewährleistet war. Bis 1980 sollte auch die Grundschule zweizügig geführt werden, was wegen fehlender Kinderzahl ebenfalls nicht möglich war. Es erfolgten Verhandlungen mit Bösingen, das in der ähnlichen Lage war. Der Bestand der Grundschule Herrenzimmern, deren Hauptschüler schon in Bösingen unterrichtet wurden, war ebenfalls gefährdet.

Hauptschüler fahren nach Bösingen

Vom Schuljahr 1973/74 an fuhren die Klassen 8 und 9 nach Bösingen, ein Jahr später auch die Klasse 7. Ab dem Schuljahr 77/78 wurden alle Hauptschüler wieder in Villingendorf unterrichtet. Der Lehrermangel verringerte sich. Es gab die Leherschwemme mit arbeitslosen Lehrern.

Rektorenwechsel

1973 - Verabschiedung von Herrn Rektor Walz - von links: Schulamtsdirektor Wirth, Rektor Walz, Frau Walz, Bürgermeister Hermle, Pfarrer Burger

Erwin Walz, in dessen Amtszeit vor allem die Ausgestaltung der Hauptschulreform fiel, wechselte 1973 nach Trossingen. Nachfolger wurde Heinz Schwanda, der hier bis 1975 wirkte. In seine Amtszeit fiel die innere Grundschulreform, die eine wissenschaftliche Unterrichtung forderte. Aus Rechnen wurde Mathematik, aus Heimatkunde Sachunterricht, aus Leibeserziehung Sport und aus Bildhaftes Gestalten nun Bildende Kunst.

1974 - Rektor Schwanda an der Fasnacht

Unterrichtsfreie Samstage

Da in der Industrie die Arbeitszeiten immer kürzer wurden, änderte sich das Freizeitverhalten der Bevölkerung. Das lange Wochenende begann am Freitag nach Arbeitsende in den Betrieben. Mit Rücksicht darauf wurde ab dem Schuljahr 74/75 zunächst jeder 2. Samstag unterrichtsfrei gehalten.

Textiles Werken auch für Jungen

Die Stundenzahl erhöhte sich für die Drittklässler auf 26 Wochenstunden. Nun mussten die Jungen am Textilen Werken - dem früheren Handarbeitsunterricht - teilnehmen. Dies stieß bei Eltern und etlichen HHT-Lehrerinnen auf Unverständnis.

Neuregelung der Lehrerstundenzuteilung

Um eine einheitliche Lehrerversorgung zu gewährleisten wurden die Lehrerstunden nicht mehr nach Klassen sondern nach Schülerzahl berechnet. Pro Grundschüler erhielt die Schule 0,94 Stunden pro Woche und für einen Hauptschüler 1,26 Stunden.

1976 Neues Schulgesetz

Mit dem neuen Schulgesetz vom 23.3.1976 wurde die Versetzungsordnung der Grundschule geändert. Von nun an gab es am Ende des ersten Schuljahres keine Versetzungsentscheidung mehr. Somit konnte der Anfangsunterricht in einem zweijährigen Bildungsgang erfolgen. Die KInder erhielten am Schuljahresende einen Schulbericht, in dem das Verhalten, Arbeiten und Lernen des Kindes beschrieben wurde. Erst am Ende des 2. Schuljahres gab es zusätzlich eine Note in Deutsch und Mathematik, die verstzungserheblich waren. Auch die Hauptschüler bekamen es leichter: statt bisher 10 musten nur noch 6 Aufsätze und statt 8 nur noch 6 Diktate pro Jahr geschrieben werden.

Die Multilaterale Versetzungsordnung regelte den Übergang zwischen Hauptschule, Realschule und Gymnasium für Schüler der Schuljahre 5 bis 9. Sie sollte dazu beitragen, "einen unbestreitbaren Nachteil des gegliederten Schulsystems zu beseitiigen, ohne dies gleichzeitig mit genau so unbestreitbaren Nachteilen eines Einheitsschulsystems erkaufen zu müssen."

Statt Erdkunde gab es jetzt Weltkunde und statt Werken gab es nun das Fach Technik,  wo auch Mädchen bis Klasse 8 teilnahmen. In Klasse 9 können die Schüler zwischen Technik oder Hauswirtschaft wählen.

Die Schule nahm an der freiwilligen Erprobung der "Orientierung in Berufsfeldern - OiB - der Klasse 8 teil. Die Schüler lernten in Betriebsbesichtungen die Arbeitswelt kennen und erprobten in einem achttägigen Praktikum den angestrebten Beruf.

Einsetzung des neuen Rektors Bruno Schwellinger

Am 30.11.1976 wird Herr Bruno Schwellinger als neuer Schulleiter der Grund- und Hauptschule Villingendorf feierlich in sein Amt eingeführt.

Kooperation mit Kindergarten

Als eine der wenigen Schulen im Kreis nahm unsere Schule auf freiwilliger Basis die Zusammenarbeit mit dem Kindergarten auf, um den Kindern den Übergang in die Grundschule zu erleichtern.

Aus Probearbeiten werden Orientierungsarbeiten

Das Übergangsverfahren in weiterführende Schulen wurde geändert. Die seitherigen, teilweise gefürchteten Probearbeiten wurden von den "Orientierungsarbeiten" abgelöst. Nur noch 1 Mathematikarbeit, 1 Diktat und eiun Aufsatz musste von den Viertklässlern geschrieben werden. Diese zählten zum Durchschnitt wie die übrigen Klassenarbeiten. Die Klassenkonferenz erstellte eine Grundschulempfehlung für jedes Kind. Falls die Eltern mit der GSE nicht einverstanden waren, konnten sie ihr Kind am Beratungsverfahren mit Zuziehung eines Beratungslehrers und an der Aufnahmeprüfung teilnehmen lassen.

21.09.1980 Einweihung der Bühnenerweiterung der Turn- und Festhalle

In einem Festakt unter schulischer Beteiligung wird der Bühnenanbau seiner Bestimmung übergeben.

1982 Neue Schulküchen in Villingendorf und Bösingen

Am 29.2.1982 ging ein langgehegter Wunsch der HTW-Lehrerinnen in Erfüllung. Die total erneuerte Schulküche wurde ihrer Bestimmung übergeben.

Auch in der GHS Bösingen wurde eine Schulküche eingebaut. Die Schüler aus Bösingen, die seit der Gründung der landwirtschaftlichen Berufsschule für Mädchen im Jahr 1935 und seit der Einführung des Hauswerkunterrichtes im Jahr 1958 in unserer Küche unterrichtet wurden, konnten nun im Heimatort bleiben.

1983 Neues Schulgesetz

Am 1.8.1983 trat ein neues Schulgesetz in Kraft, das neben dem Bildungsauftrag wieder die in der Landesverfassung verankerten Werte und Erziehungsziele deutlicher hervorhob.

Eingebunden in die Dorffeste

Wie bisher bei den Jubiläumsfesten der Vereine beteiligte sich die Schule auch an den 1983 beginnenden Dorffesten.

1984 Mittlere Reife auch für Hauptschüler

Eine Aufwertung der Hauptschule erreichte das Land Baden-Württemberg. Es wurde die Möglichkeit geschaffen, mit guten Leistungen in der Hauptschulabschlussprüfung, der Prüfungen der Berufsschule und der Handwerkskammer die Mittlere Reife zuerkannt zu bekommen. Es reichte ein Gesamtdurchschnitt von 2,5.

1985 Lehrerschwemme

Früher fehlten Schulräume und Lehrer für den optimalen Unterricht. Jetzt fehlt der Landesregierung das Geld, alle ausgebildeten Lehrkräfte einzustellen und zu bezahlen. So konnten im Jahre 1984 von insgesamt 4 267 Neubewerbern um eine Lehrerstelle nur 967 sofort eingestellt werden. Weitere 872 erhielten über eine Warteliste eine Einstellungschance in späteren Monaten oder Jahren. Bezahlte Überstunden gab es nicht mehr, im Gegenteil: Lehrkräfte wurden zur Überlegeung angeregt, auf einen Teil ihres Deputates zu verzichten. Durch dieses "Reduzierungsmodell" konnten zum Schuljahresanfang 1984 110 Junglehrer eingestellt werden.

Computer halten Einzug

Schüler der Klassen 9, später auch Klasse 8 erhalten in den Fächern Technik und Mathematik die vom Lernplan geforderte Möglichkeit, sich mit der neuen Technik vertraut zu machen. Es wurden nach langen Verhandlungen mit dem Gemeinderat 4 Commodore C 64 und 1 Commodore C 128 angeschafft. Auch der Wunsch nach einem Videogerät wurde 1985 erfüllt. In der Hauptschule wird das Fach Informatik eingeführt.

1986 - Verabschiedung von Frau Lauscher (Hauswirtschaft, Handarbeit, Turnen)

Hausaufgabenbetreuung

Vor allem für die Förderung ausländischer Kinder wurde an zwei Nachmittagen je 1 Stunde Hausaufgabenbetreuung durch Frau Daniel angeboten. Der großen Nachfrage wegen wurden im Jahr darauf jeweils 2 Stunden gehalten. Diese Maßnahme wurde vom Regierungspräsidium bezuschusst.

1988/89 Samstag wird Einschulungstag

Um auch den berufstätigen Eltern die Möglichkeit zu geben, bei der Einschulung ihres Kindes dabei sein zu dürfen, legte das Kultusminsiterium den ersten Samstag nach den Sommerferien als Einschulungstag fest. Diese an sich gute Idee hat sich in der Praxis nicht bewährt, erst recht nicht als alle Samstage schulfrei wurden. Erstklässler wollten mit Beginn des Schuljahres in die Schule, deshalb legte die Schulleitung den "feierlichen Einschultag" auf Donnerstag.

Im Zeugnis der Klassen 3 und 4 gibt es wieder eine Note "Schrift und Gestaltung". Damit wollte man die Kinder wieder zum schöneren Schreiben anhalten.

Regelbeurteilung

Die Schulleiter wurden beauftragt, ihre Lehrer regelmäßig diesntlich zu beurteilen und dies alle fünf Jahre zu wiederholen und einen Dienstbericht zu erstellen. Dies bedeutete einige Mehrarbeit durch Unterrichtsbesuche, Dienstgespräche, schriftliche Beurteilungen u.s.w.

30.06. und 01.07.1990 Historisches Dorffest

     

850 Jahre Villingendorf sind der gesamten Gemeinde, den Vereinen und auch der Schule Grund genug für ein fulminantes Dorffest.

1991/92 Neue Schulraumsorgen

Gemeinderat und Schulamtsdirektor Weiß vom Staatlichen Schulamt Rottweil sahen anlässlich einer Besichtigung der beiden Schulhäuser die Notwendigkeit einer Erweiterung ein. Vor allem der Technik- und Informatikraum waren unbefriedigend. Ein Architektenwettbewerb im Schuljahr 1991/92 sollte die beste Lösungsmöglichkeit aufzeigen. Runde 7 Millionen DM durfte das Projekt kosten. Am besten gefielen der Entwurf des ortsansässigen Architekten Ferdinand Becker. Wegen der Unterstützung der neuen Bundesländer nach der Wiedervereinigung konnte diese große Lösung von der Gemeinde nicht verwirklicht werden.

Freie Samstage

Die GHS Villingendorf schloss im Einvernehmen mit den Eltern der Einführung des freien Samstages an. Dies führte auch zu mehr Nachmittagsunterricht und zur 6. Vormittagsstunde.

1992/93 GHWRS Villingendorf

Auf Antrag der Schule stimmte der Gemeinderat der Einführung des freiwilligen 10. Schuljahres zu. Geeignete Hauptschüler, welche die Mittlere Reife erlangen wollen, erhalten hier ab dem 8. Schuljahr verstärkt Unterricht in Englisch, Deutsch und Mathematik. Das 10. Schuljahr besuchen sie dann in einer Schule in Rottweil, weil hier die nötige Schülerzahl nicht zusammenkommt. Die hiesige Schule nennt sich nun Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Villingendorf.

1993/94 Computer veralten sehr rasch

Die vor 8 Jahren angeschafften Computer sind veraltet. Nach längerer Debatte stimmte jedoch der Gemeinderat der Anschaffung von neuen Geräten (C 486) zu.

Das Ministerium erließ wieder neue Lehrpläne. Den Schulen wurde überlassen, welche Schreibschrift sie im 1. Schuljahr einführen. In Villingendorf wurde die alte lateinische Ausgangsschrift beibehalten. Fächerübergreifender Unterricht soll verstärkt werden.

Am "Schmotzigen" besuchten erstmals die Habermüasler die Schüler im Schulhaus und befreiten sie im Beisein von Bürgermeister Herbert Hermle von der Schule. Für Fasnachtsmontag, der bisher traditionell schulfrei war, musste nun ein beweglicher Ferientag geopfert werden.

1994/95 Buß- und Bettag fällt Pflegeversicherung zum Opfer

Zur Finanzierung der neu eingeführten Pflegeversicherung wurde der evangelische Buß- und Bettag zum Arbeitstag. Auch die Lehrer mussten mit den Schülern in der Schule produktiv sein.

1995 - Kollegium bei der Verabschiedung von Konrektor Gerhard Weniger - hinten: Schwellinger, Maier, Schwellinger, Bihler, Dannecker, Görlich, Probst, Schwab, Stein, Weniger, Weniger, Aicher, Ruess, Gerstner; vorne: Härtel, Weiler, Huonker, Krieg, Pfarrer Burger, Hegenauer, Grömminger

1996/97 Erweiterungsbau

Auch Architekt Becker musste produktiv sein und seinen Entwurf reduzieren. Er durfte nur noch 3,5 Millionen DM für die Schulhauserweiterung verbauen. Mit dem Spatenstich am 8.11.1996 begann eine sehr zeitraubende und belastende Phase. Mit dem Festakt zur Einweihung am 24.4., dem Schulfest am 25.4. und dem Tag der offenen Tür am 26.4.1998 fand diese Zeit ein gutes Ende.

Über die neuen Fachräume, den Musikraum und die Aula freuten sich alle, zumal dadurch neben dem Saal im Gemeindehaus auch weitere Stätte für Vorträge oder kleinere Feste in der Gemeidne geschaffen wurde. Durch eine Spendenaktion konnte ein Klavier erworben werden.

1997: Das Kollegium der Villingendorfer Schule: hinten: Grömminger, Horacek, Maier, Pelz, Julitz, Bielhuby, Krieg, Schwellinger, Weniger, Bihler, Ruess, Hegenauer, Schwellinger; vorne: Görlich, Probst, Jäger, Härtel, Dannecker, Gerstner; es fehlen: Müller, Ulmer, Stein

1999/2000 Pausenhof und Förderverein

Um den Kindern mehr Bewegungsanreize während der großen Pausen zu bieten wurde mit der Planung der Pausenhofgestaltung in Zusammenarbeit mit Schülern und Eltern begonnen. Hierfür wurde am 21. März 2000 ein Förderverein gegründet, der sich sehr intensiv mit dieser Materie befasste. Es brauchte auch viel Überzeugungsarbeit gegenüber dem Gemeinderat. Doch mit tatkräftiger Mitarbeit von Eltern, finanzieller Unterstützung von Gemeinde und örtlicher Betriebe und Einsätze des Fördervereins konnte in mehreren Etappen in vielen Samstagen unter Leitung von Hermann Flaig und Jürgen Storz ein sehr reizvoller Pausenhof gestaltet werden.

2001/2002 Verlässliche Grundschule

Um bei Berufstätigkeit der Mütter für die Grundschüler eine Aufsichtsmöglichkeit zu schaffen, wurde staatlicherseits angeregt, die "Verlässliche Grundschule" zu schaffen. Von 7.30 bis 12.30 Uhr waren die Kinder unter Aufsicht in der Schule. Für die unterrichtsfreien Randstunden hat die Gemeinde eine Aufsichtsperson angestellt. Da hierfür die Eltern bezahlen mussten, war das Interesse gering.

Wegen dieser Verlässlichen Grundschule sollte nach dem Willen des Staatlichen Schulamtes auch der Einschulungstermin bereits am 1. Schultag nach den Sommerferien sein. Doch die hiesigen Gremien sprachen sich für die Beibehaltung der feierlichen Schulaufnahme am Donnerstag aus.

Anschaffung eines Beamers

Um die Arbeiten am PC besser an die Wand projizieren zu können, wurde ein Beamer angeschafft. Die EB-Erwachsenenbildung bezuschusste dieses sehr praktische, aber teuere Gerät.

Villingendorfer Advent

Großen Anklang bei der Bevölkerung fand die Aktion der EB-Erwachsenenbildung "Vom Dunkel zum Licht". An jedem Abend im Advent wurde um 18.00 Uhr bei einem anderen Haus Station gemacht und ein beziffertes Fenster hell erleuchtet. Schülergruppen und auch Erwachsene stimmten mit Liedern und Gedichten auf die kommende Weihnachtszeit ein.

2001/2002 Englisch in der Grundschule

Alle Grundschulen, die Schüler nach Rottweil in die dortigen weiterführenden Schulen schickten, wurden in das Pilotprojekt FliG (Fremdsprachenlernen in Grundschulen) einegbunden. Schon von Klasse 1 an lernten nun die Kinder unserer Schule Englisch.

Projektprüfung in der Hauptschule

Die Hauptschulabschlussprüfung wurde geändert und die Projektprüfung eingeführt. Dabei soll neben dem bisherigen Fachwissen auch die Teamarbeit in einer Gruppenprüfung beurteilt werden.

Ministerielle Auszeichnug für den Pausenhof

Am 11.05.2002 wurde das Bemühen um einen schülergerechten Pausenhof vom Ministerium für Kultus und Unterricht ausgezeichnet.

Schulleiterwechsel

Am 23.07.2002 wurde Rektor Bruno Schwellinger, der seit 1976 die Schule leitete, mit einem langen Feierabend in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. In Anerkennung seiner vielen Verdienste erhielt er den Ehrenring der Gemeinde.

2002: Schulamtsdirektor Klaus Häcker verabschiedet Rektor Bruno Schwellinger

Unmittelbarer Nachfolger wurde Rektor Harald Gauß. Damit begann eine neue Ära an der GHWRS Villingendorf. Ein neuer Bildungsplan sollte mit weitreichenden Änderungen zum Schuljahresbeginn 2004/05 in Kraft treten. In Villingendorf wurden die Neuerungen erprobt und erste Erfahrungen gesammelt.

2003: Amtseinsetzung von Rektor Harald Gauß

Photovoltaikanlage kommt 2003 auf das Schulhausdach

Im Villingendorfer Gemeinderat wurde beschlossen, als Pilotprojekt zum Thema "Erneuerbare Energien" auf dem Dach der Schule eine 1,9 KWp Photovoltaikanlage zu errichten. Das Projekt wurde über Zuschüsse aus dem Programm "Sonne in der Schule" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie sowie über ien zinsgünstiges Darlehen finanziert.

Schulbesuch der Oberschulamtspräsidentin Rosemarie Stürmlinger

Hoher Besuch vom Oberschulamt Freiburg kam am 30.04.2004 nach Villingendorf. Die Präsidentin des Oberschulamtes Freiburg, Frau Rosemarie Stürmlinger besuchte die Schule, um sich ein Bild über die Neuerungen zu verschaffen und war ganz angetan von den Leistungen der Lehrer und Schüler.

2004: Besuch der Oberschulamtspräsidentin von Freiburg mit Rektor Harald Gauß und Schulamtsdirektor Klaus Häcker

Statt grauem Schulhof farbige Kunstlandschaft

Durch den Einsatz von Förderverein und Schülerinnen und Schülern sowie Eltern und Lehrkräften wurde der einst eher triste Schulhof kreativ umgestaltet. Kletterpfähle, ein Turmgerüst, aufgemalte Straßenspiele, eine Mosaikinsel sowie Plastiken und Skulpturen bereicherten ab dem Sommer 2004 das Schulgelände.

2005 Bildungswerkstatt Baden-Württemberg

von li. nach re.: Rektor Harald Gauß, Konrektorin Frau Weingärtner, Ministerpräsident Oettinger, Bürgermeister Karl-Heinz Bucher und Kultusminister Rau

Die GHWRS Villingendorf wurde am 17. Oktober 2005 als eine von 20 Schulen landesweit ausgezeichnet mit der Urkunde "Bildungswerkstatt Baden-Württemberg". Die Schule hatte sich, als vergleichsweise überschaubare Bildungseinrichtung, durch Innovation und großes Engagement der Schulleitung, der Lehrkräfte und Schüler diese Urkunde erhalten.

"Kunterbuntes Schulleben" - GHWRS präsentiert sich 2005 beim Schulfest

"Der Froschkönig" als Höhepunkt des kunterbunten Schulfestes

Es wurde am 9. Juli 2005 ein weiter Bogen gespannt von musischen Beiträgen über römische Mode und kunterbunten Computern bis hin zur Vorstellung der Theater-AG mit "Der Froschkönig".

Villingendorfer Schule vertritt Landkreis bei Hochschulmesse

Die Grund- und Haupt- mit Werkrealschule Villingendorf vertrat den Landkreis Rottweil bei der ersten baden-württembergischen Hochschulmesse im Forum Ludwigsburg.

Neue Kunstwerke beim Schulfest 2007

Unter dem Motto "Kunterbunte Kunst" wurden am 21. Juli 2007 neue Kunstwerke präsentiert und Begegnungen mit Künstlern ermöglicht.

Ganztagesschule

Die im Jahr 2001 eingeführte verlässliche Grundschule verlangte nach einer Fortführung. Da auch Hauptschüler der Aufsichtspflicht der Erziehungsberechtigten unterliegen, und diese aber oft berufstätig sind, ergab sich hier Handlungsbedarf. Die räumlichen Bedingungen für den erforderlichen Mittagstisch mussten nun geschaffen werden. Förder- und Genehmigungsanträge wurden gestellt und die Konzeption der Ganztagesschule dem Landtagsabgeordneten Stefan Teufel und dem Bundestagsabgeordneten Volker Kauder anlässlich ihrer Besuche vorgestellt. Die Ganztagesschule ist eine sinnvolle und konsequente Weiterentwicklung des Schulstandortes Villingendorf.

Im September 2007 war alles geschafft und mit Schuljahresbeginn konnte die Ganztagesbetreuung in offener Form beginnen. Sie wird in den Klassen 1 - 9 (10) von 7.30 Uhr bis 17.00 Uhr angeboten. In der neu eingerichteten Mensa können die Kinder ein warmes Mittagessen einnehmen. Hausaufgabenbetreuung und verschiedene Aktivitäten während der Mittagspause sind ebenfalls im Angebot. Die Betreuungsangebote sind bis auf das Mittagessen kostenlos.


2008 geht die GHWRS Villingendorf online

Unter www.schule-villingendorf.de entstand für die Villingendorfer Schule erstmals eine informative und attraktive Heimat im "World Wide Web".

Schuljahr 2008/09 - Erfolgreiche Kochshows

SLOW-FOOD Stuttgart

Villingendorfer Schule gewann Goldmedaille beim Kochwettbewerb

Im Rahmen der Bildungspartnerschaften zwischen Schule und Unternehmen fand die erste Schülerkochshow an der Villingendorfer Schule statt. Unterstützt wurde die Schule für den Bereich „Rund ums Kochen“ von Marius Schanz vom Gasthof Kreuz. Acht Schüler der Klassen acht und neun traten in zwei Teams gegeneinander an, kochten jeweils ein Menü, das dann von einer Jury bewertet wurde. Das Siegerteam durfte anschließend zum Kochwettbewerb „SLOW – FOOD“ am 02.04.2009 nach Stuttgart fahren. Die beiden Teams wurden in den Vorbereitungswochen bis hin zum Wettbewerbsabend von der Hauswirtschaftslehrerin Evelyn Roth sowie Marius Schanz unterstützt und begleitet.

Die Sieger des schulinternen Wettbewerbs durften daraufhin ihr Können auf der Slow-Food Messe in Stuttgart zeigen. Dort veranstaltete die AOK in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium, Slow-Food und EDEKA einen Kochwettbewerb für Kinder und Jugendliche. Unter 97 Bewerbungen hatte das Slow-Foodteam 18 Schülergruppen in 3 verschiedenen Altersstufen ausgewählt. Darunter auch die Villingendorfer Jungköche/innen.  Eine Jury, bestehend aus Chefkoch Andreas Eggenwirth, einem Publikumsgast sowie Vertretern der AOK und der Oganisation Slow Food, bewertete das fertige Gericht. Aber auch die Arbeitsabläufe wurden streng nach verschiedenen Kriterien begutachtet. Es gelang den Villingendorfer Schülern, sich gegen weitere Teams ihrer Altersgruppe durchzusetzen und so erkochten sie sich eine Goldmedaille.

 

2009 Afrika kommt zur Schule

Trommelwirbel auf dem Pausenhof 2009

Da vier Lehrkräfte der Schule im Auslandsschuldienst in afrikanischen Ländern tätig waren, lag die Idee nahe, dies im Unterricht und darüber hinaus aufzugreifen. In einer Kunstprojektwoche und schließlich bei einem großen Schulfest am 09.07.2009 war Afrika in Villingendorf plötzlich hanz nahe. Trommeln und Tanz, Musik, original afrikanisches Kunsthandwerk, Kochbananen und Krokodilfleisch, Geländewagen und Eselreiten - für jeden war etwas dabei.

Im November 2009 wurde die neue Leichtathletikanlage ihrer Bestimmung übergeben

      

Sayonára Gaußsán - Rektor Harald Gauß wird im Sommer 2010 nach acht Jahren Schulleitungstätigkeit in Villingendorf verabschiedet

"Unser Gewinn ist Ihr Verlust", gab der Schulleiter der Deutschen Schule Tokyo Yokohama in seinem Grußwort an die Festgemeinde unumwunden zu. Rektor Harald Gauß verließ nach rund acht Jahren Schulleitungstätigkeit die GHWRS Villingendorf, um sich eben in Japan einer neuen Herausforderung zu stellen. Für die verschiedenen Vertreter der Schulgemeinschaft, der Gemeinde Villingendorf als Träger sowie Herrn Schulamtsdirektor Liebrecht war es ein Bedürfnis im festlichen Rahmen Dank zu sagen für die zahllosen Innovationen und das gezeigte Engagement.

Die Kulisse wandelt sich        Überraschungen für Familie Gauß

2011 Der Orient kommt zur Schule

Kamele in Villingendorf 2011

Nach dem höchst erfolgreichen Afrika-Schulfest stand am 09.07.2011 der Orient im Mittelpunkt eines großen Schulfestes. Neben Köstlichkeiten aus dem Morgenland, einem orientalischen Musical und türkischen Songs von Al Page sorgte das Kamelreiten für attraktive Unterhaltung.

Verabschiedungen von Paul Gerstner und Konrektorin Annette Hube

Konrektorin Annette Hube ging nach 13 Jahren Tätigkeit in Villingendorf an die Deutsche Schule Shanghai - Das "Urgestein" Paul Gerstner wurde nach 39 Jahren pensioniert.

       

Die verbindliche Grundschulempfehlung entfällt

Zum Schuljahr 2011/12 entfiel die Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung. Die Eltern der Viertklässlerinnen und Viertklässler erhalten zwar noch eine Empfehlung zum weiteren Besuch von Gymnasium, Realschule oder Werkreal-/Hauptschule ihrer Kinder, jedoch ist diese nun unverbindlich.

Schulleiterwechsel

2010 stellte sich Rektor Harald Gauß einer neuen Herausforderung an der Deutschen Schule Tokyo Yokohama in Japan. Konrektorin Annette Hube übernahm die Leitung der Schule kommissarisch, jedoch ging auch sie 2011 in den Auslandsschuldienst und leitete fortan die Grundschulabteilung der Deutschen Schule Shanghai in China. Am 24. Oktober 2011 wurde Rainer Kropp-Kurta in einer Feierstunde als neuer Schulleiter in sein Amt eingeführt.

Auszeichnung mit dem Berufswahlsiegel "BoriS" der Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg

Für die hervorragende Berufsorientierung an der GWRS Villingendorf erhielt die Schule im Juni 2012 das Berufswahlsiegel BoriS. Alexander Fritz von der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg beschied in seiner Laudatio vor allem den gelebten Kooperationen mit Partnern aus der regionalen Wirtschaft außergewöhnliche Qualität.

Grund- und Werkrealschule

2012 wurde in Kooperation mit den Schulen aus Bösingen und Zimmern o.R. eine 10. Klasse am Standort Villingendorf eingerichtet. Somit erhielt die Villingendorfer Schule den Status einer Grund- und Werkrealschule und bot von nun an den Mittleren Bildungsabschluss (Mittlere Reife) an. Im "Premierenjahr" 2012/13 besuchten 26 Schülerinnen und Schüler die neue 10. Klasse. In den Folgejahren etablierte sich ein sehr nachgefragtes Bildungsangebot für die Region, sodass 2015/16 und 2016/17 sogar jeweils zwei 10. Klassen gebildet werden konnten.

Projekt Irland-Klasse in den renommierten Förderkreis der Würth-Stiftung aufgenommen

       

Zum Schuljahr 2012/13 wurde das Projekt der "Irland-Klasse", welches seit 2009 den jeweiligen 7. Klassen eine Reise nach Irland ermöglichte, in den Förderkreis der Würth-Stiftung aufgenommen. Der mit 5.000 € dotierte Preis unterstützt eine vertiefende ökonomische Bildung, u.a. durch die Gründung einer Schülerfirma. Diese veranstaltete Caterings, bot weitere Dienstleistungen wie Hunde ausführen oder Autos waschen und veranstaltete als Highlight das sog. Irische Dinner.

Klasse, Kochen!

Ebenfalls im Schuljahr 2012/13 nahm die GWRS Villingendorf am bundesweiten Wettbewerb "Klasse, Kochen!" des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie Fernsehkoch Tim Mälzer teil. Mit dem Kreativbeitrag eines "Fressgässles" wurde die Jury überzeugt und die Schule kam unter die 25 Finalisten. Auch wenn es nicht unter die Top 10 und dem Gewinn einer neuen Schulküche gereicht hatte, war dies ein toller Erfolg, zumal im Folgejahr der Wettbewerb gewonnen werden konnte.

2013 Nordamerika kommt zur Schule

Möglicherweise einen Regentanz zu viel hatten die kleinen Villingendorfer Indianer aufgeführt, jedenfalls meint es das Wetter nicht allzu gut mit dem Nordamerika-Fest der Grund- und Werkrealschule Villingendorf. Da aber ein Indianer bekanntlich keinen Schmerz kennt, wird auch dem bunt beflaggten Gelände der GWRS Villingendorf dennoch eine unvergessliche Reise in die neue Welt angetreten. Es gab Ponyreiten und Planwagenfahrten, musikalische Unterhaltung von der kleinen Country-Band oder Nostalgie-Fotografie im Look des Wilden Westens. Die Gruppe „Four Suns“ aus Leonberg brachte interessante Einblicke in die Kultur der Ureinwohner Amerikas nach Villingendorf. Die Kinder konnten  sich bei zahlreichen Spielen beweisen und Marshall oder Häuptling werden. Auch waren die beeindruckenden Ergebnisse der Projektwoche, Alcatraz, ein Casino a lá Las Vegas, die Sehenswürdigkeiten der USA, Indianerkunst, James Rizzi, Ribbons oder alles rund um den Indianerjungen „Fliegender Stern“ von Groß und Klein überall in den Schulräumlichkeiten zu bestaunen. Der Tuttlinger Graffitikünstler Kemal Kirik verschönerte „in Echtzeit“ das vordere Schulgebäude mit dem Schulnamen vor einer amerikanischen Skyline.

        

Die Kulturgruppe "Four Suns"

Kulinarisch blieb man selbstverständlich dem Motto treu. Dank dem Villingendorfer Baseballverein „Cavemen“ gab es leckere Hamburger, während der Elternbeirat Hot Dogs wie aus New York verkaufte. Die Klasse 10 bot Steaks an, die Irland-Klasse 7  reiste kulinarisch mit Chili con Carne nach Mexiko und bei der Kl. 5 drehte sich im „big apple cafe“ alles um den Apfel. Die Projektgruppe von Eugenia Remisch kredenzte karibische Cocktails, während der Förderverein der Schule Kaffee und Kuchen im Angebot hatte.

Musical "Wakatanka" der Klassenstufen 3 und 4 unter Leitung von Regina Schmidt-Auginski

Höhepunkt der Festlichkeiten war das Mitmach-Musical „Wakatanka“ in der voll besetzten Turn- und Festhalle unter der Leitung von Regina Schmidt-Auginski und Lucie Gundel. Die jungen Künstler aus der Grundschule entführten mit technischer Unterstützung der 6. Klasse abermals in den Wilden Westen und begeisterten mit Trommeln, Bläserklasse, Orff, Chor und Flöten, den Solisten und einem Squaredance vor wundervoll dekorierten Kulissen.

Weiterführende Schule mit Bewegungsschwerpunkt

Nach langjährigem Aufbau eines bewegungsfreudigen Schulkonzepts und dessen kontinuierlichen Umsetzung wurde die GWRS Villingendorf  am 29.06.2013 auch im Werkrealschulbereich als WSB-Schule, Weiterführende Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt, zertifiziert. Schulrätin Katharina Hirt  brachte zur Urkunde gleich noch einen Auszeichnungsverdienst von 400 € mit und übergab das Zertifikat Schulleiter Rainer Kropp-Kurta. Besonders freute sich Bürgermeister Karl-Heinz Bucher über die Auszeichnung. Dabei lobte er das große Engagement der Schule und sah auch die Investitionen in deren Bereich als Bestätigung. Über Jahre hinweg würden immer wieder neue Ideen in Sachen Bewegung aufgegriffen.

       

Auszeichnung als "WSB"-Schule

Neben der Vielzahl an Bewegungsmöglichkeiten im Schulgelände mit Klettergarten, Leichtathletikanlage, Spielwiese und ganz neuer Tetherballanlage wurde in der Villingendorfer Schule mit einem Kurssystem in Sport, rhythmisiertem Tagesablauf und vielen Teilnahmen an Wettkämpfen besonders auf ein bewegungfreundliches pädagogisches Profil geachtet. Weitere Bausteine im Profil seien Aktionstage, aktive Pausen und außerunterrichtlichen Veranstaltungen wie Sporttage.

Stiftung Kinderland zeichnet die Grund- und Werkrealschule Villingendorf mit dem mit 20.000 Euro dotierten Schülerpreis aus

Ministerin Krebs: Künstlerische Kreativität und soziales Engagement der Schülerinnen und Schüler beispielgebend

Als eine von zehn Schulen freute sich die GWRS Villingendorf über den Schülerpreis Baden-Württemberg, der am 23.07.2013 von der Stiftung Kinderland vergeben wurde. Damit würdigte die Stiftung das Engagement von Schülerinnen und Schülern der Klassen 5 und 6, das sie in künstlerisch-kreativen, ökologischen oder sozialen außerschulischen Projekten unter Beweis gestellt hatten. Jedes Projekt erhielt ein Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro. Der Schülerpreis Baden-Württemberg war eine der höchst dotierten Auszeichnungen für Schulprojekte in Deutschland.

„Rund um den Apfel“

Das Projekt „Rund um den Apfel“ der Klasse 5 mit der Klassenlehrerin Kerstin Bob wurde von der Jury als würdiger Preisträger ausgewählt. Auf einer Streuobstwiese wurden von den Villingendorfer Fünftklässlern Äpfel gesammelt und zu einer Mosterei gebracht. Dort packten die Schüler kräftig mit an und erfuhren wie Saft entsteht. Peter Keller vom Obst- und Gartenanbau Rottweil sowie Annemarie Mauerlechner vom Landwirtschaftsamt Rottweil unterstützten das Projekt, erklärten die althergebrachten Apfelsorten und luden auch zur Verkostung ein. Informationsmaterialen multiplizierten die Erkenntnisse in der gesamten Schulgemeinschaft. Eine kleine Firma mit Marketing, Finanzen und Verkauf wurde gegründet und die  Nachbarklasse zur Apfelverkostung und selbstgemachtem Apfelmus eingeladen. Das Thema wurde auch fächerübergreifend im Unterricht behandelt und führte zur Stärkung der Sozialkompetenzen sowie der Klassengemeinschaft der aus Epfendorf, Altoberndorf  und Villingendorf stammenden Kinder.

Ferienbetreuung

Erstmals bot die Gemeinde Villingendorf im Sommer 2013 eine dreiwöchige Ferienbetreuung an, die in den Räumlichkeiten der Ganztagesbetreuung unter Leitung von Anja Braun organisiert wurde. Nach der großen Resonanz auf dieses attraktive Angebot wurde die Ferienbetreuung nicht nur im Sommer 2014 wiederholt, sondern auch auf die Oster- und Pfingstferien ausgeweitet.

Schulsozialarbeit

2013 11 19 hp maier

Zum Schuljahr 2013/14 übernahm die Sozialpädagogin Anja Maier neben Ihrer Aufgabe als Leiterin der Ganztagesbetreuung (50 %) auch die Stelle einer Schulsozialarbeiterin (50 %).

Ökonomischer Bildungspreis der Stiftung Würth

Die 7. Klasse, unterstützt durch ihren Klassenlehrer Stefan Bihl sowie die Fachlehrerinnen Eugenia Remisch und Evelyn Roth, gründeten nach dem Vorbild ihres ökonomischen Partners, der Volksbank Rottweil eG, eine Schülergenossenschaft mit den relevanten Abteilungen Finanzen, Buchhaltung, Marketing, Ein- und Verkauf und Produktion. Durch das zunehmend selbstständige Wirtschaften wurden betriebswirtschaftliche Abläufe praktisch erfahren. Neben Caterings, Dienstleistungen in der Gemeinde und für lokale Firmen brachte das Irische Dinner an St. Patrick´s Day sowie wohlwollende Sponsoren den ersehnten finanziellen Erfolg und machte im Juli 2013 eine unvergessliche Reise nach Irland möglich. Bei einer 30-minütigen Präsentation können die Jungunternehmer die Jury des Kompetenzzentrums Würth in Heilbronn vom großen Erfolg ihres Projekts überzeugen und durften somit am 16.10.2013 aus den Händen von Herrn Dr. Jörg Schmidt, Ministerialdirektor und Amtschef des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg und des Stiftungsgründers Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth den mit 2.000 € dotierten 3. Preis entgegen nehmen. Während das Landesgymnasium für Hochbegabte Schwäbisch Gmünd und das Gymnasium Friedrich II. aus Lorch die ersten beiden Plätze für sich verbuchen konnten, freuten sich die Villingendorfer über die landesweite Bestplatzierung einer Werkrealschule.

German-Irish Business Award 2013

Im Rahmen einer Feierstunde zeichnete der Präsident der Deutsch-Irischen Juristen- und Wirtschaftsvereinigung e.V. (DIJW) Herr Elmar Conrads-Hassel das Projekt der Irland-Klasse mit dem German-Irish Business Award 2013 aus. Er lobte dabei ausdrücklich dessen Nachhaltigkeit und die Vielfältigkeit. Die Schülerinnen und Schüler hätten ihre Kompetenzen in beeindruckender Weise weiter entwickelt und darüber hinaus viel für die deutsch-irischen Beziehungen getan.

GWRS Villingendorf neue pädagogische Heimat für Werkrealschüler aus Böhringen und Dietingen

Nach Schließung der Werkrealschulen in Böhringen und Dietingen entschieden sich fast alle betroffenen Familien für Villingendorf als neue schulische Heimat. Entgegen eines allgemeinen Trends stiegen die Schülerzahlen an der GWRS Villingendorf zu Beginn des Schuljahres 2014/15 von rund 200 auf über 250.

Leuchtturmschule bei der Einführung des Unternehmerführerscheins

Schülerinnen und Schüler der WuI-Gruppe mit bestandenem Unternehmerführerschein, eingerahmt von ihren Lehrern Jan Hofelich (li.) und Torsten Zühlsdorff (re.)

Als eine von nur 16 Schulen landesweit wählte das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen zum Schuljahr 2014/15 die GWRS Villingendorf als sogenannte "Leuchtturmschule" aus. Die neunten und zehnten Klassen kamen in den Genuss einer fundierten betriebswirtschaftlichen Bildung sowie eines ganz besonderen Zertifikats.

Eugenia Remisch als Konrektorin eingesetzt

Zum Schuljahr 2014/15 wurde nach einer dreijährigen Vakanz mit Eugenia Remisch wieder eine Konrektorin eingesetzt. In einer märchenhaften Feiertstunde am 8. Oktober 2014 wurde die neue Funktionsträgerin in der Schulaula gebührend gewürdigt.

Vorbereitungsklasse eingerichtet

Im Schuljahr 2014/15 wurde vom Staatlichen Schulamt Donaueschingen eine sogenannte Vorbereitungsklasse (VKL) an der Schule eingerichtet. Hier wurden von einer eigens eingestellten zusätzlichen Lehrkraft Kinder und Jugendliche, die der deutschen Sprache nicht oder nur ungenügend mächtig sind, unterrichtet. Damit stellte man sich der Herausforderung durch vermehrten innereuropäischen Zuzug vor allem aus Osteuropa und den Flüchtlingsströmen aus dem Westbalkan und Syrien.

Schülerinnen und Schüler kümmerten sich rührend um ihre neuen Mitschüler und unterstützten diese unter anderem durch Spenden und Patenschaften

Bundessieger beim Wettbewerb "Klasse, Kochen!" - Neue Schulküche für kochbegeisterte Schule

Die GWRS Villingendorf konnte sich über den Gewinn des bundesweiten Wettbewerbs „Klasse, Kochen!“ des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Ernährung unter Schirmherrschaft des bekannten TV-Kochs Tim Mälzer freuen. Mit ihrem Kreativbeitrag einer „Koch-Weltmeisterschaft“ und einem überarbeiteten Nutzungskonzept für die Übungsküche konnte die kochbegeisterte Schule die Jury überzeugen.

Bild: BMEL/J. Carstensen - Die 10 Bundessieger mit Bundesminister Christian Schmidt und Tim Mälzer

Parallel zur Fußballweltmeisterschaft schlüpften Schülerinnen und Schüler aus Klassenstufe 9 und 10 kulinarisch in die Rolle von Nationen und traten am Herd gegeneinander an. Hier wurden anhand Kriterien wie Geschmack, Kreativität und Optik in verschiedenen Ausscheidungsrunden „Tore“ erzielt. Die mit Bürgermeister Karl-Heinz Bucher, Klaus Ringgenburger von der Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg und Pitt Lang vom Gasthaus Krone fachkundig besetzte Jury konnte schließlich das Team der Ukraine zum Sieger küren.

     

Am 9. Februar 2015 durften Konrektorin Eugenia Remisch, Hauswirtschaftslehrerin Evelyn Roth und Schulleiter Rainer Kropp-Kurta  nach Berlin reisen, um die Auszeichnung des Bundesministeriums entgegen zu nehmen. Bundesernährungsminister Christian Schmidt überreichte die Urkunde: "Wer die Schule verlässt, sollte das Einmaleins der Ernährung kennen, zumindest für sich selbst kochen können sowie schmackhaftes und ausgewogenes Essen zu Hause und in der Schule erfahren haben. Deshalb ist die Ernährungsbildung für uns auch die Schwester der Schulverpflegung", sagte Schmidt.

Gemeinsam mit den Partnern im Wettbewerb – dem Fernsehkoch Tim Mälzer, Rüdiger Bockhorst (Bertelsmann Stiftung) und Maren Schmitt-Nolte (Mitglied des Aufsichtsrates von Nolte Küchen) – zeichnete Schmidt die Villingendorfer Schule nebst neun weiteren Gewinnern aus dem ganzen Bundesgebiet in der Schule Eins in Berlin-Pankow aus.

Die Ehrenrunde - Fifa-WM-Pokal kommt nach Villingendorf

Der SV Villingendorf bewarb sich erfolgreich um das Projekt "Ehrenrunde" des DFB. Am 14. Juni 2015 kam der orginale Fifa WM-Pokal nach Villingendorf. Unter den 2014 Glücklichen, die sich mit dem goldenen Pokal fotografieren lassen durften, waren auch die Schülerinnen und Schüler der Schule. Rund um die Showtrucks des Deutschen Fußballbundes enstand ein regelrechtes Dorf- und Schulfest.

Hüpfburg auf dem Pausenhof

Graffiti-Künstler Kemal Kirik bei der Arbeit

Landespreis Werkrealschule 2015 für Philipp Eberhard

Aus den Händen von Herrn Minister Stoch MdL erhielt ein Zehntklässler der GWRS Villingendorf, Philipp Eberhard aus Rottweil, den Landespreis Werkrealschule 2015. Im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart ist am 16. Juli 2015 ein wahrlich würdiger Rahmen gegeben.

Kultusminister Stoch überreicht den Landespreis an Philipp Eberhard

Eberhard wurde für seine herausragenden Leistungen im Wahlpflichtfach Wirtschaft und Informationstechnik ausgezeichnet. Er habe sich über die Maßen in der Klassengemeinschaft engagiert und bei den Projekten „Weihnachten im Schuhkarton“, beim Kompetenztraining oder dem Unternehmensführerschein eine hervorragend Rolle gespielt, hieß es in einer Laudatio von Radio-Moderatorin Janet Pollok. 

BoriS-Siegel erneut erhalten

Alexander Urban und Alexander Fritz von der Industrie- und Handelskammer rahmen Konrektorin Eugenia Remisch nebst Siegel ein

Die hervorragende Berufsorientierung wurde seitens der Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg rezertifiziert. Insbesondere die Projekte in der Berufsorientierung wie Apfel-Projekt, Irland-Klasse und ProBeruf und das Konzept der Ausbildungsbotschafter sicherten der GWRS Villingendorf das begehrte Siegel am 16.07.2015 für weitere fünf Jahre.

TV-Koch Tim Mälzer weiht neue Schulküche ein

Beim Wettbewerb "Klasse, Kochen!" hatte die GWRS eine nagelneue Schulküche gewonnen. In einer großen Einführungsshow am 28.01.2016 wurde der prominente Gast feierlich in Villingendorf begrüßt. Der Schüler Lukas Schütz interviewte Tim Mälzer auf Basis gesammelter Fragen aus der Schülerschaft. Auch durfte sich Mälzer ins goldene Buch der Gemeinde Villingendorf eintragen. Im Rahmen der Feier wurde auch der Pate der neuen Küche, Klaus Peter Ringgenburger von der Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg in sein Ehrenamt eingeführt.

Tim Mälzer beim Eintrag ins goldene Buch

Neun Schülerinnen und Schüler aus den Klassenstufen 4 bis 6 hatten dann die Ehre, mit Tim Mälzer ein frisches Drei-Gänge-Menü in der neuen Küche zuzubereiten.

Der Promi-Koch erklärt, wie es laufen muss

Mehr als 300

Mehr als 300 Kinder und Jugendliche besuchen die Schule im Februar 2016

Zum Halbjahr des Schuljahres 2015/16 überstieg die Schülerzahl 300 und steigerte sich binnen nur zweier Schuljahre somit um über 30 Prozent. Damit wurde trotz des in der Region spürbaren demografischen Wandels ein Niveau erreicht, das es in Villingendorf zuletzt 1970 gab.

Pilotprojekt Tablet-Schule

Im Juni 2016 nahmen die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 9 sowie deren Lehrkräfte dank der Unterstützung der Kreissparkasse Rottweil am Pilotprojekt Tablet-Schule des Schwarzwälder Boten und Promedia Wolffs teil. Dieses Unterrichtsprojekt ermöglichte den Kindern und Jugendlichen durch einen zur Verfügung gestellten Klassensatz an Tablet-Computern einerseits die tägliche digitale Zeitungslektüre. Andereseits stellte Promedia Wolff Unterrichtsmaterialen anhand der parallel stattfindenden Fußballeuropameisterschaft zusammen. Dadurch erfuhren Lernende wie Lehrende ganz praktisch den Nutzen der Tablets, beispielsweise bei Textverarbeitung oder Präsentationstechniken.

Die Fünftklässler kennen beim Pilotprojekt keinerlei Berührungsängste

Anastasiya Synelnykova erhält den Landespreis Werkrealschule 2016

Im Wahlpflichtfach Wirtschaft und Informationstechnik wurde die Zehntklässlerin Anastasiya Synelnykova am 6. Juli 2016 im Weißen Saal des Neuen Schlosses mit dem Landespreis Werkrealschule geehrt.

Janet Pollock vom SWR interviewt die Preisträgerin,  Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann (links) hört zu

Die Preisverleihung erfolgte durch Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann, Stefanie Hagenmüller, Leiterin des Kompetenzzentrums und Helmut M. Jahn,  Vorstandsmitglied der Stiftung Würth. Janet Pollok, bekannte Moderatorin des SWR, hob während der Ehrung Anastasiyas noch einmal sämtliche Leistungen hervor, mit denen sich die Villingendorfer Schülerin gegen zahlreiche weitere Konkurrenten durchsetzen konnte: ihre tragende Führungsrolle bei der realwirtschaftenden Schülerfirma „Rocketshirts“, ihr jahrelanges Engagement in der Schule, ihr selbstloser Einsatz für ihre Mitmenschen bei mehreren ehrenamtlichen Tätigkeiten und ihre mehrfach unter Beweis gestellten Sozialkompetenzen. Sichtlich bewegt nahm Anstasiya aus den Händen der Ministerin die Urkunde entgegen.

Neuer Bildungsplan 2016

Bildungsplan 2016

Zum Schuljahr 2016/17 wurde landesweit ein neuer Bildungsplan eingeführt. Dieses sehr umfangreiche Werk sollte den verschiedenen Kompetenzstufen der Kinder und Jugendlichen Rechnung tragen. Die Fächer und Fächerverbünde aller Schularten wurden namentlich und inhaltlich angeglichen. Darüber hinaus wurde die digitale und ökonomische Bildung gestärkt.

2016/17 - Historische Schülerzahlen

Zu Beginn des Schuljahres 2016/17 besuchten 339 Kinder und Jugendliche die GWRS Villingendorf. Der bisherige historische Höchststand aus dem Jahr 1970 wurde somit überboten.

Während 46 Jahre zuvor 328 Schülerinnen und Schüler in 11 Klassen von 13 Lehrkräften 270 Stunden unterrichtet wurden, hatten sich die Verhältnisse hier durch andere Organisationsformen und eine offene Ganztagesschule drastisch verändert: Die Schulkinder des Jahres 16/17 wurden in 18 Klassen von 30 Lehrkräften 574 Stunden unterrichtet.

Eine positive Schülerzahlenentwicklung

2017 übernimmt Birgit Storz Grundschulkoordination

2017 01 18 HP Storz

Grundschulkoordinatorin Birgit Storz

Die langjährig in Villingendorf tätige, erfahrene und engagierte Pädagogin Birgit Storz übernahm zum 18. Januar 2017 die Grundschulkoordination. Sie ergänzte damit das Schulleitungstrio um Schulleiter Rainer Kropp-Kurta und Konrektorin Eugenia Remisch. Diese Personalentscheidung kam durch die stark gestiegenen Schülerzahlen und den damit verbundenen Herausforderungen in pädagogischen und organisatorischen Fragestellungen zu Stande.

GWRS Villingendorf ist eine „Starke Schule“

Im größten bundesdeutschen Schulwettbewerb „Starke Schule – Deutschland beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen“ belegte die Villingendorfer Schule den 4. Platz auf Landesebene. Der Lehrer Torsten Zühlsdorff, federführend zuständig für die Berufsorientierung in Villingendorf sowie Carmen Schlosser, Vorstand der sogenannten „Irlandklasse“ nahmen stellvertretend für die Schulgemeinschaft am 6. Februar 2017 in Stuttgart von Ministerin Dr. Susanne Eisenmann die Urkunde entgegen.

von li. nach re.: Stefan Küpper, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände; Claudia Lange, Deutsche Bank Stiftung; Dr. Susanne Eisenmann, Kultusministerin; Carmen Schlosser, Vorstand der Irlandklasse 16/17; Torsten Zühlsdorff, Lehrer und BO-Koordinator; Martina Musati, Bundesagentur für Arbeit und John-Philip Hammersen, Gemeinnützige Hertie-Stiftung

Der Wettbewerb prämiert die herausragende Arbeit, die diese Schulen bei der Vorbereitung auf die Berufswelt leisten und wird alle zwei Jahre von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Deutsche Bank Stiftung durchgeführt. „Die prämierten Schulen machen ihre Schülerinnen und Schüler nicht nur für die Abschlussprüfung, sondern auch für eine berufliche Ausbildung und darüber hinaus für ihr gesamtes Leben fit. Und sie gestalten diese Aufgabe nach dem Motto ‚gemeinsam sind wir stark‘ zusammen mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft ihrer Region“, würdigte Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann, die den Wettbewerb in Baden-Württemberg unterstützt.

Die Grund- und Werkrealschule Villingendorf überzeugte die Jury vor allem mit ihrer Lehr- und Lernkultur und dem ausgefeilten Curriculum in der Berufsorientierung mit Projekten wie der Apfel- und der Irlandklasse, ProBeruf, den regionalen Ausbildungsbotschaftern, Weihnachten im Schuhkarton, den Sozialwerkstätten und Vielem mehr.

Landespreis Werkrealschule 2017: Zwei Preise gehen nach Villingendorf

Aus den Händen von Staatssekretär Volker Schebesta erhielten zwei Zehntklässler der GWRS Villingendorf, Robert Erk aus Dietingen-Rotenzimmern und Justin Holzer aus Villingendorf, den Landespreis Werkrealschule 2017.

Strahlende Landespreisträger: Robert Erk und Justin Holzer (4. und 5. von links)

Robert Erk wurde für seine Leistungen im Wahlpflichtfach „Natur und Technik“, Justin Holzer für die in „Wirtschaft und Informationstechnik“ ausgezeichnet. Neben dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport waren hier die Porsche AG (Natur und Technik) und die Stiftung Würth (Wirtschaft und Informationstechnik) Stifter der Landespreise.

Ausschlaggebend für die Berücksichtigung der Villingendorfer Werkrealschüler waren nicht nur die herausragenden schulischen Leistungen, sondern auch das soziale Engagement innerhalb und außerhalb der Schule sowie eine außergewöhnliche berufliche Orientierung. So würdigte die Radiomoderatorin Janet Pollock Erk für seine Tätigkeit als Schulsprecher, das ehrenamtliche Herstellen einer Sitzgelegenheit für Grundschüler oder seinen selbstorganisierten Praktika bei Porsche, Mercedes und als Journalist. Holzer wurde für seine Selbstlosigkeit im Schulalltag und sein positives Wirken beim Sozialprojekt „Weihnachten im Schuhkarton“ gelobt.

2017 kommt das Mittelalter zur Villingendorfer Schule

Auf eine Reise ins Mittelalter begab man sich am 8. Juli 2017 im Rahmen eines Schulfestes der GWRS Villingendorf. „Des Geyers schwarzer Haufen“, eine dreiköpfige Combo aus Ludwigsburg, entführte musikalisch in die Zeit der Bauernkriege und ließ historische Musikinstrumente erklingen. Auch die „Spielleit Minnezit“  aus Neuried brachten mittelalterliche Weisen zu Gehör. Zahlreiche Kinder ließen sich zu Tänzen mit den Musikern animieren.

Des Geyers schwarzer Haufen

Junge Knappen oder Burgfräulein konnten an 20 Stationen ihre Geschicklichkeit oder Kreativität beweisen. Unter den Attraktionen waren auch ein Imker, Bogen schießen mit dem SV Talhausen oder Ponyreiten. Auch kulinarisch ging es auf Zeitreise. Besonders mundete der geflammte Lachs, orientalische Köstlichkeiten, Fleischlappen vom Schwäbischen Albverein Villingendorf oder eine Rote der Abschlussklasse. Ein Glücksrad mit attraktiven Preisen vor allem des Handels- und Gewerbevereins WiV und Kaffee und Kuchen des Schulfördervereins mit den Ausstellungsstücken der kürzlich absolvierten schulischen Projekttage rundeten das attraktive Programm ab.

Bogen schießen als eine von zahlreichen Attraktionen

Selbst ein sintflutartiger Regenguss mit Hagel konnte dem Schulfest nichts anhaben, denn dieser läutete lediglich den Umzug in die Turn- und Festhalle ein. Hier gaben die dritte und vierte Klassenstufe unter Leitung von Birgit Storz und unter Mitwirkung der Klassenlehrerinnen Ines Hetzel, Gabriele Sachsenhauser und Jana Schamberger das begeisternde Märchen-Musical „Die goldene Gans“ zum Besten. So klang eine vielseitiges Schulfest bei kühlen Getränken des Elternbeirats aus und manch einer empfand das Mittelalter gar nicht mal so finster.

Märchenhaftes Musical: Die goldene Gans

Mord an einem Erstklässler erschüttert 

Trauerarbeit mit der Pflanzung einer Kastanie als Symbol der Trauer, aber auch Hoffnung

Zu Beginn des Schuljahres 2017/18 wurden im Rahmen einer privaten Einschulungsfeier drei Menschen aus dem Leben gerissen, darunter ein sechsjähriger Erstklässler der GWRS Villingendorf. Der Täter, der Vater des Jungen, konnte erst nach fünf Tagen gefasst werden. Diese Zeit war für alle in der Schule und der Gemeinde Villingendorf sehr schwierig und belastend. Durch die schulische Trauerarbeit, unter anderem der Pflanzung einer Kastanie als Symbol für Trauer, aber auch der Hoffnung, konnte die Schulgemeinschaft Schritt für Schritt zur Normalität zurückkehren.

Schülerrekord ausgebaut

352 Schülerinnen und Schüler - Historische Bestmarke!

Die amtliche Schulstatistik für das Schuljahr 2017/18 wies mit 352 Schülerinnen und Schülern in 19 Klassen einen neuen Schülerrekord aus. Zum ersten Mal in der Geschichte der Villingendorfer Schule konnten mit 32 Kindern gleich zwei Eingangsklassen in der Sekundarstufe I gebildet werden.

Michael Collins, Botschafter der Republik Irland, besucht die Schule –
An Duais Award 2017 an Irlandklasse

S.E. Botschafter Michael Collins besuchte am 9. November 2017 die Grund- und Werkrealschule Villingendorf. In einer Feierstunde präsentierten die 35 Siebtklässler der sogenannten Irlandklasse mit ihren Klassenlehrerinnen Konrektorin Eugenia Remisch und Birgit Schlieter ihr Unterrichtsprojekt. Eingeleitet von irischen Segenswünschen stellten die Schülerinnen und Schüler ihre Schülerfirma, mit der ein Großteil einer Reise nach Irland erwirtschaftet wird, in amüsanten szenischen Darstellungen vor. Aber auch im Unterricht sei die „Irlandklasse“ tief verwurzelt, in Deutsch würden so Berichte verfasst, in Mathematik beispielsweise Reisekosten kalkuliert und in Englisch Konversation geübt. Fächerübergreifend würden die personalen und sozialen Kompetenzen vertieft und Teamgeist geschaffen. Mit wertvollen Partnern wie der Volksbank Rottweil eG und deren bei finanziellen Fragen unterstützenden Auszubildenden, der Landmetzgerei Digeser mit den Irischen Wochen und weiteren Unterstützern und Sponsoren sei hier ein wertvolles Netzwerk entstanden und mit den Besuchen der Urlaubsmesse CMT und des Flughafens Stuttgart sei schon ein Highlight vor der dem eigentlichen Höhepunkt gesetzt: Einer Reise auf die grüne Insel. Dass diese unvergessliche Erlebnisse verspricht, zeigten Impressionen der vergangenen Klassenfahrten.

Von den Ursprüngen des im Jahr 2008 gestarteten Projekts berichtete Rektor Rainer Kropp-Kurta. Nach Auffassung des Schulleiters seien die Bildungsinstitution öffnende Projekte wie die Irlandklasse Teil eines Erfolgsrezepts, welches die Schülerzahlen in Villingendorf binnen weniger Jahre von rund 200 auf  356 katapultiert habe. Bürgermeister Karl-Heinz Bucher lobte die wertvolle Vernetzung der Irlandklasse im Ort und der Region. Sie sei wertvoll für die berufliche Orientierung und die Kooperation zwischen Schule und Betrieben. Der Schultes freute sich über einen Eintrag ins goldene Buch der Gemeinde Villingendorf durch den Botschafter und überreichte ihm mit einem Augenzwinkern einen Habermüasler.

Michael Collins bedankte sich zunächst für das schwäbische Drei-Gänge-Menü, welches ihm die Schülerinnen und Schüler nach seiner Anreise aus Berlin zubereitet hätten. Der Botschafter Irlands zeigte sich tief beeindruckt von der Vielschichtigkeit des Unterrichtsprojekts. Da das Projekt von vielen Schultern getragen und starken Partner unterstützt würde, solle es für immer so weiter gehen und zahlreichen Schülergenerationen einen kulturellen Austausch mit seinem Land ermöglichen. Die Schülerinnen und Schüler der Irlandklasse ernannte Collins zu „Botschaftern der deutsch-irischen Freundschaft“. Zusammen mit Elmar Conrads-Hassel vom Ireland Funds of Germany zeichnete Schirmherr Michael Collins die Irlandklasse der GWRS Villingendorf mit der Ehrung „An Duais Award 2017“ aus.

Schulleiter in Villingendorf

Reißer, Joseph (1780 - 1795)
Müller, Martin sen. (1795 - 1843)
Müller, Martin jun. (1843 - 1868)
Reiner, Matthias (1869 - 1886)
Röhrle, Heinrich (1887 - 1894)
Schaller, Julius (1894 - 1907)
Huber, Lorenz (1907 - 1928)
Müller, Berthold (1929 - 1933)
Schlipf, Benno (1933 - 1939)
Wetzel, Ludwig (1939 - 1948)
Riedlinger, Gustav (1949 - 1963)
Walz, Erwin (1964 - 1973)
Schwanda, Heinz (1973 - 1975)
Schwellinger, Bruno (1976 - 2002)
Gauß, Harald (2002 - 2010)
Kropp-Kurta, Rainer (seit 2011)